Nachrichtendienst veröffentlicht Schweizer Dossier zu Josef Mengele

    Keystone-SDA
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    Bern,

    Der NDB hat das Dossier über KZ-Arzt Josef Mengele veröffentlicht. Zuvor war der Zugang zu den Akten umstritten.

    Die Aufnahme aus dem US Holocaust Memorial Museum zeigt Josef Mengele (zweiter von links) bei einem Treffen mit SS-Offizieren im Jahr 1944 bei Auschwitz.
    Die Aufnahme aus dem US Holocaust Memorial Museum zeigt Josef Mengele (zweiter von links) bei einem Treffen mit SS-Offizieren im Jahr 1944 bei Auschwitz. - KEYSTONE/AP USHMM

    Der Nachrichtendienst hatte Einsichtsgesuche zum Dossier bisher abgewiesen, zuletzt im Februar 2026, wie er am Donnerstag mitteilte. Dabei habe der gesetzliche Quellenschutz den Ausschlag gegeben.

    Das Dossier untersteht einer nach Archivrecht erweiterten Schutzfrist bis Ende 2071. Im Beschwerdeverfahren gegen den Entscheid vom Februar 2026 hätten Abklärungen ergeben, dass für dieses Dossier eine Vorgabe des Bundesrats gilt, die innerhalb der Schutzfrist einen liberalen Zugang verlangt.

    2001 lieferte der damalige Polizeidienst der Bundesanwaltschaft das 217-seitige Dossier an das Bundesarchiv ab. Im selben Jahr wies der Bundesrat die zuständigen Stellen an, für das von der Unabhängigen Expertenkommission Schweiz-Zweiter Weltkrieg, bekannt als «Bergier-Kommission», ausgewertete Archivgut den Spielraum des Archivierungsgesetzes auszuschöpfen und eine liberale Einsichtspraxis zu verfolgen.

    Die Kommission hatte auch das Mengele-Dossier für ihren Bericht ausgewertet. Für den NDB sei aber nicht erkennbar gewesen, dass das Dossier zu diesem Archivgut gehört, heisst es. Welche Dossiers darunterfallen, sei weder in Listen erfasst noch am Archivgut gekennzeichnet.

    Das Dossier enthält zahlreiche Zeitungsberichte. Darin geht es vor allem um den Verdacht, dass sich Mengele mehrfach in der Schweiz aufgehalten haben könnte, auch zu einer Zeit, als er international zur Verhaftung ausgeschrieben war.

    Zudem finden sich darin teilweise geschwärzte Polizeirapporte, Einreisesperren und Verhaftungsbefehle gegen Mengele. Dokumentiert sind ebenfalls Ermittlungen gegen Personen, die ihm möglicherweise Unterschlupf gewährt haben könnten.

    Nur wenige Schwärzungen

    Der NDB habe «so wenig Schwärzungen wie möglich» vorgenommen, heisst es. Geschützt würden Personendaten von Angestellten der Bundesverwaltung mit Bezug zum NDB und dessen Vorgängerorganisationen, Informationen, die dem gesetzlichen Quellenschutz unterliegen, sowie Daten von Drittpersonen. Öffentlich bekannte Personen seien davon ausgenommen.

    Der NDB teilt zudem mit, dass er seine Zugangspraxis bei archivierten Unterlagen generell überprüfen werde.

    Der Historiker Gérard Wettstein, der die Beschwerde geführt hatte, zeigte sich bereits im Mai in einem Bericht der SRF-«Tagesschau» erfreut über diesen «wichtigen Schritt». Dieser ermögliche es, mit Mythen über mögliche Aufenthalte Mengeles in der Schweiz aufzuräumen.

    Josef Mengele (1911–1979) war als Arzt im Konzentrationslager Auschwitz für grausame und oftmals tödliche medizinische Experimente verantwortlich. Er wurde als «Todesengel von Auschwitz» bekannt.

    Nach Kriegsende floh Mengele nach Südamerika. 1979 starb er bei einem Badeunfall.

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    Kommentare

    User #5741 (nicht angemeldet)

    Es ist erwiesen und bekannt, das die Schweizer Regierung insbesondere bestimmte BR zu dieser Zeit stark mit dem Hitlerregime kollaboriert hat und sehr viel dazu beigetragen hat, das deutsche Juden auch zurückgewiesen wurden, verraten wurden. Die schweizer Regierung zu dieser Zeit hat ein Vermögen gemacht welche furch das Naziregome an uns bezahlt wurde damit wir wegsehen, Bücklinge machen und von nichts wissen. Naja, so war und ist Politik eben.

    User #3926 (nicht angemeldet)

    Schon schlimm genug, dass man mit Hilfe des Vatikans, solche wiederwärtigen Subjekte, wissentlich entkommen liess! Aber das unser Bastelnachrichtendienst, nach so langer Zeit immr noch gewisse Leute, die vermtl. längst das Zeitliche gesegnet hat, in Schutz nehmen muss und Textstellen schwärzt, lässt verdammt tief in eine Zeit blicken in der auch in der CH zu viele existierten die der gleichen Sorte wie Mengele angehört haben! Irgendwo hätte "humanitäre Hilfe" auch mal enden müssen, wenn man ein Gewissen hätte!

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