Der Impfhersteller Moderna möchte seine Zusammenarbeit mit der Schweiz vertiefen. Im Blick hat das Unternehmen dabei vor allem ein Impf-Abo.
ARCHIV - Eine Auffrischimpfung mit dem Impfstoff von Moderna erhöht laut Hersteller die Immunabwehr des Körpers gegen die Omikron-Variante deutlich. Foto: Oliver Berg/dpa
ARCHIV - Eine Auffrischimpfung mit dem Impfstoff von Moderna erhöht laut Hersteller die Immunabwehr des Körpers gegen die Omikron-Variante deutlich. Foto: Oliver Berg/dpa - sda - Keystone/dpa/Oliver Berg

Das Wichtigste in Kürze

  • Moderna möchte ihre Zusammenarbeit mit der Schweiz vertiefen.
  • Im Blickpunkt stehe dabei ein Impf-Abo mit garantierter Mengenabnahme durch die Schweiz.
  • Auch arbeite Moderna derzeit an einem angepassten Impfstoff für Omikron.

Die Impfstoff-Produzentin Moderna möchte ihre Zusammenarbeit mit der Schweiz vertiefen. Im Blickpunkt laufender Verhandlungen stehe ein Impf-Abo mit garantierter Mengenabnahme durch die Schweiz, sagte Moderna-Chef Stephane Bancel in einem Interview mit den Tamedia-Titeln.

Geimpfte in der Schweiz sollten schnell einen Booster bekommen, rät Bancel in dem Interview. Damit seien die Geimpften auch gut gegen Hospitalisation und schwere Krankheitsverläufe nach einer Ansteckung durch die Omikron-Variante geschützt.

Bis zu halbes Jahr für Omikron-Impfstoff

Gleichzeitig arbeite Moderna an einem angepassten Impfstoff. Die Entwicklung dazu dauere rund 90 Tage oder gar weniger. Dann stelle sich allerdings die Frage, ob die Zulassungsbehörden wie Swissmedic noch einmal eine Studie für den angepassten Impfstoff forderten. Das wären dann noch einmal mindestens drei Monate. «Es kann also bis ein halbes Jahr dauern, bis wir einen Omikron-Impfstoff haben.»

Moderna sei fast wöchentlich in Kontakt mit der Schweizer Regierung. Das Unternehmen sei mit der Schweiz im Gespräch eine Partnerschaft einzugehen, wie man es bereits ähnlich mit Australien und Kanada gemacht habe.

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Menschen warten in einer Schlange vor einem Covid-Testzentrum am Times Square. Foto: Seth Wenig/AP/dpa - sda - Keystone/AP/Seth Wenig

Moderna habe eine Reihe neuer mRNA-Impfstoffe in der Entwicklung, etwa gegen Grippe oder gegen das RS-Virus, das eine bei Älteren und Kleinkindern tödliche Atemwegserkrankung verursache. «Wir könnten diese drei mRNA-Impfstoffe in einer Dosis kombinieren und schlagen Regierungen vor, sich für mehrere Jahre Lieferungen für eine bestimmte Menge zu sichern.»

Im Falle einer neuen Pandemie könne Moderna sehr schnell einen neuen Impfstoff entwickeln. Ein Land, das sich regelmässige Mengen gesichert habe, werde dann bevorzugt beliefert.

Verhandlungen über Impf-Abo

In einigen Ländern errichte Moderna im Gegenzug eine Produktionsanlage im Partnerland. In der Schweiz gebe es wegen der der Partnerschaft mit Lonza ein anderes Modell.

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Eine Person wird gegen das Coronavirus geimpft. (Symbolbild) - dpa

«Wir haben mit der Schweiz Verhandlungen über ein Impfabo begonnen. Und wir möchten auch in Wissenschaftler in der Schweiz investieren und dort Vakzine in Labors von Spitälern und Universitäten entwickeln. » Auch wolle Moderna mehr klinische Versuche in der Schweiz durchführen.

Der Moderna-Chef würde gerne eine langjährige Partnerschaft mit der Schweiz eingehen, mit der Verpflichtung zu einer bestimmten Mengenabnahme, dann könne man im Falle eines neuen Virus rasch liefern. Es könnte sich dabei um eine Partnerschaft zwischen Moderna, Lonza und der Schweizer Regierung handeln. «Es ist aber noch zu früh für Details».

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