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Mini-Service: Swiss ist im Europa-Vergleich eher knausrig unterwegs

Simon Ulrich
Simon Ulrich

Zürich,

Wer mit Swiss in Europa fliegt, bekommt kostenlos nur Wasser und ein Schöggeli. Konkurrenz und Schwester-Airline Edelweiss zeigen, dass deutlich mehr drin wäre.

Swiss
Auf Kurz- und Mittelstrecken bleibt Swiss beim Gratis-Angebot äusserst schlank: Es gibt stilles Wasser und ein Schöggeli. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Swiss bietet auf Europaflügen nur Wasser und ein Schöggeli gratis an.
  • Andere Airlines servieren oft zusätzlich Snacks, Sandwiches oder Mahlzeiten.
  • Swiss verteidigt ihr Verkaufskonzept mit vielfältiger Auswahl und weniger Food Waste.

Auf Kurz- und Mittelstrecken mit Swiss ist die Gratisverpflegung rasch erzählt: ein stilles Wasser, ein Schöggeli, mehr nicht. Wer während zwei, drei oder gar vier Flugstunden auf Kaffee, Orangensaft oder einen kleinen Happen hofft, wird enttäuscht: In der Economy Class fliegt die Bescheidenheit mit.

Zwar haben in Europa viele Fluggesellschaften ihr Gratis-Angebot auf der Kurzstrecke in den vergangenen Jahren ausgedünnt. Doch Swiss wirkt im Vergleich besonders sparsam. Das zeigt ein Blick auf andere etablierte Airlines.

Andere Airlines servieren deutlich mehr

Die niederländische KLM serviert nach eigenen Angaben selbst auf den kürzesten Flügen Snacks und Getränke. Auf längeren innereuropäischen Strecken gibt es zusätzlich ein frisches Sandwich.

Ähnlich sieht es bei der Schwestergesellschaft Air France aus: Sie bietet auf Flügen bis 1 Stunde 55 Minuten je nach Uhrzeit süsses oder salziges Gebäck an. Dazu werden kalte und heisse Getränke serviert. Auf längeren Flügen kommt ebenfalls ein Sandwich dazu.

Noch eine Spur grosszügiger zeigen sich mit Turkish Airlines und Aegean zwei weitere europäische Anbieter. Die türkische Staatsairline bietet auf internationalen Flügen je nach Flugdauer und Abflugzeit «entweder ein Frühstück oder eine Hauptmahlzeit» an.

Bei der griechischen Aegean gibt es auf internationalen Kurzstrecken «ein frisches Sandwich oder einen Nudelsalat», heisst es auf der Webseite. Ebenso erwartet die Passagiere eine «süsse Leckerei» sowie eine Auswahl an heissen und kalten Getränken. Auf Mittelstrecken winkt gar eine warme Mahlzeit.

Swiss verteidigt ihr Verkaufskonzept

Warum also hält Swiss an ihrem besonders schlanken, um nicht zu sagen knausrigen, Gratis-Angebot fest?

Die Airline verteidigt auf Anfrage ihr Verkaufskonzept «Swiss Saveurs», das sie im Frühjahr 2021 lanciert hat. Viele Passagiere zögen eine Auswahl gegen Bezahlung einem einheitlichen Gratis-Service vor, argumentiert Sprecher Michael Pelzer.

Zudem ermögliche das Konzept, «Lebensmittelverschwendung deutlich zu reduzieren, da die Produkte nachfrageorientiert hergestellt und beladen werden können».

Sollte der Gratis-Service von Swiss mehr beinhalten als Wasser und Schoggi?

Kostenlos bleiben auf allen Kurz- und Mittelstreckenflügen in der Economy Class nur Mineralwasser und das Swiss-Schöggeli. Auch auf längeren Flügen etwa nach Lissabon oder Kairo gibt es nach Angaben der Airline nichts Zusätzliches umsonst.

Ob sich daran etwas ändert, lässt Swiss offen. «Zum aktuellen Zeitpunkt können wir noch keine konkreten Anpassungen ankündigen», sagt Pelzer.

Edelweiss setzt bewusst einen anderen Akzent

Dass es auch innerhalb derselben Airline-Familie – der Lufthansa Group – spendabler geht, zeigt ausgerechnet Swiss-Schwester Edelweiss. Dort profitieren Economy-Gäste auf allen Europa-Flügen, unabhängig von der Flugdauer, von einem kostenlosen Verpflegungsangebot mit Wasser, Softdrinks und Heissgetränken.

Auf kürzeren Flügen wird je nach Strecke und Tageszeit ein Gebäck oder ein Sandwich serviert. Ab 2 Stunden 30 Minuten wird eine Edelweiss Box mit Frühstück oder einer kalten Mahlzeit serviert. Ab 3 Stunden 40 Minuten kommt ein Apéro-Service hinzu.

Für Edelweiss sei das kein Nebenaspekt, betont Sprecher Andreas Meier: «Das kostenlose Verpflegungsangebot ist ein zentraler Bestandteil unserer Positionierung als Ferienfluggesellschaft. Unser Anspruch ist es, dass die Ferien unserer Gäste nicht erst am Zielort beginnen, sondern bereits mit dem Flug.»

Damit wolle man «bewusst einen Akzent innerhalb des Marktumfelds» setzen.

Kommentare

User #4268 (nicht angemeldet)

Jahrelang das Vorzeigemodell. Da habe viele die Swiss und nur die Swiss benutzt. Jetzt in Deuscher Hand ist diese Swiss plötzlich nichts mehr wert ? Nur ich treffe bei den Billigflieger nichts Besseres an. Das ist alles nur Plöff von gewissen Konsumenten die nur alle 2 Jahre mal per Flug in die Ferien reisen.

User #4910 (nicht angemeldet)

Das sieht man auch am Sprit. Null Beteiligung!

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