Migros testet Bahnhofs-Lädeli mit teureren Preisen
Mit dem «Mio»-Konzept will die Migros Mini-Shops etablieren. Das passt zum Convenience-Trend – und könnte die Vorherrschaft von Valora ins Wanken bringen.

Das Wichtigste in Kürze
- Die SBB bauen die Zahl der Convenience-Läden stark aus, Kioske nehmen ab.
- Die Migros testet mit den SBB das neue Mini-Format «Mio» an mehreren Bahnhöfen.
- Valora dominiert bisher, doch die Konkurrenz durch SSP, Migros & Coop wächst.
Die SBB tragen dem Trend zur schnellen Verpflegung Rechnung. 2024 gab es in ihren Bahnhöfen knapp 240 Convenience-Läden – fast 100 mehr als noch 2018. Gleichzeitig nahm die Zahl der kleineren Kioske ab.
Das Geschäft wird bisher von Valora mit ihren Avec-Läden dominiert. 2019 erhielt Valora den Zuschlag für 116 Kiosk- und 146 Convenience-Flächen bis 2030.
Doch die Konkurrenz wächst: Gemeinsam mit der Migros testen die SBB nun das Konzept «Mio» – eine kleinere Version von Migrolino, wie «CH Media» berichtet.
Erste Filialen wurden in Zürich HB, Bern, Birmensdorf ZH und Islikon TG eröffnet. Bereits seit 2023 existiert ein Mio-Laden am Bahnhof Baden AG, jedoch auf städtischer Fläche.
Laut SBB-Sprecherin Sabrina Schellenberg soll der befristete Test zeigen, wie sich das Format auf kleiner Fläche bewährt. Auch andere Anbieter können laut SBB innovative Konzepte vorschlagen.
Mit Mio richtet sich Migros an Pendler – Aldi zieht sich zurück
Migros-Sprecher Tristan Cerf erklärt den Zeitungen, die Mio-Shops seien bei Pendlern beliebt. Das Sortiment zielt auf Sofortverzehr und frische Produkte ab.
Eigenmarken der Migros würden zum Supermarktpreis angeboten. Laut «CH Media» werden jedoch nur wenige Eigenmarken, dafür viele Markenprodukte angeboten, die teurer sind als in der normalen Migros. Wenn die Pendler faul sind, sind sie bereit, für das bequeme Einkaufen im Lädeli mehr zu zahlen.
Die Zahl künftiger Mio-Shops an Bahnhöfen sei noch offen. Das Konzept existiert seit 2020 und ist bereits an über 60 Tankstellen im Einsatz. Zum Vergleich: Migrolino betreibt 384 Läden, davon 50 an Bahnhöfen.
Auch andere Anbieter sind aktiv: Coop betreibt 333 Coop-Pronto-Läden, Valora zählt 359 Avec-Shops. Neu ist die britische SSP-Gruppe mit ihrem Point-Laden in Zürich HB vertreten. Offenbar mit Rückendeckung der SBB, die Alternativen zu Valora fördert.
Discounter passen nicht ins Bahnhofsmodell
Aldi hingegen zieht sich zurück: Der geplante Bahnhofsladen in Basel SBB wird nicht eröffnet. Auch die Filiale beim Bahnhof Baden AG wird geschlossen.
Der Discounter verweist auf eine Fokussierung auf bestehende Filialen. Damit wird es kaum weitere Aldi-Läden in Bahnhöfen geben.
Die SBB standen wegen fehlender Discounter in ihren Bahnhöfen bereits in der Kritik. Zwar betreiben Aldi (in Zürich-Stadelhofen und Biel) und Lidl (in Bern) einzelne Filialen. Diese befinden sich allerdings nicht auf Flächen der SBB.
Hohe Mieten und lange Öffnungszeiten machen die Standorte zwar attraktiv, passen jedoch kaum zum Konzept der Discounter.











