Mehrheit laut Umfrage für Umsiedlung bei mittelfristigem Risiko

Keystone-SDA
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Bern,

Die Mehrheit der Schweizer befürwortet Zwangsumsiedlungen bei mittelfristigem Risiko eines Naturereignisses.

Bergrutsch Blatten
Der Bergsturz im Walliser Bergdorf Blatten hat laut Forschern gezeigt, welch enormes Zerstörungspotenzial von Naturgefahren ausgeht. (Archivbild) - keystone

Die Behörden sollen laut der Mehrheit der Teilnehmenden einer «Blick»-Umfrage Zwangsumsiedlungen bereits beim mittelfristigen Risiko eines Naturereignisses anordnen dürfen. 58 Prozent der Befragten sagten dazu «ja» oder «eher ja», wie die Zeitung am Freitag schrieb.

39 Prozent der Befragten fanden es nicht oder eher nicht richtig, wenn die Behörden Personen dazu zwingen würden, ihren Wohnort zu verlassen, wenn nur ein mittelfristiges Risiko besteht. Das geht aus einer von «Blick» veröffentlichten Grafik zur Umfrage hervor.

Zustimmung trotz Bedenken

Die restlichen drei Prozent der Befragten äusserten demnach ihre Meinung dazu nicht. An der Umfrage von August nahmen nach Angaben der Zeitung 5568 Personen aus der Deutsch- und Westschweiz teil. «Blick» erstellte die Befragung in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut Sotomo.

Eine mögliche Zwangsumsiedlung bei mittelfristigem Risiko stiess parteiübergreifend auf Zustimmung, wie aus einer ebenfalls veröffentlichten Grafik hervorging.

Parteiübergreifende Unterstützung

Am deutlichsten für eine entsprechende Kompetenz der Behörden zeigte sich demnach die Anhängerschaft der GLP. Auf am wenigsten Anklang stiess der Vorschlag bei den befragten Anhängerinnen und Anhängern der SVP, wobei sich insgesamt doch 50 Prozent von ihnen dafür oder eher dafür aussprachen.

Dass man Personen bereits bei einem mittelfristigen Risiko evakuieren wolle, konnte Thomas Egger, Direktor der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete, nicht nachvollziehen.

Kritik aus den Bergen

Der Bergbevölkerung, die seit Jahren dort lebe, lasse sich das nicht vermitteln, sagte er zu «Blick». Bei der Bergbevölkerung sei das Bewusstsein für Naturgefahren grösser.

«Da geht man anders mit der Gefahr um als in den Städten, wo die Probleme weiter weg scheinen», sagte er. Für eine solche Umsiedlung sprach sich nach Angaben von «Blick» die Mehrheit der befragten Land- und Stadtbevölkerung aus.

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Kommentare

User #7941 (nicht angemeldet)

Es ist begreiflich, das Bergler in ihrer Heimat weiter leben wollen. Aber wer muss bezahlen bei einer so grossen Naturkatastrophe? Die Leute dürfen so denken, wenn sie den nächsten Schaden selber stemmen können, das ist aber nicht der Fall. Ich glaube kaum, dass Versicherungen, Kanton etc. das Interesse haben, ein zweites Unglück dort zu bezahlen. Laut Geologen bröckelt es im Wallis bedenklich und zwar nicht nur im Lötschental. Ein pensionierter Geologe hat dieses Unglück bereits vor 50 Jahren prognostiziert! Es ist leider alles klimabedingt nur noch eine Zeitfrage, es sprechen vorläufig nur die Fachleute untereinander Klartext darüber.

User #5098 (nicht angemeldet)

eine Blick Umfrage soll repräsentativ sein? Da weiss man nicht mal, ob Blick nachgeholfen hat!

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