Luzerner Rentnerin (82) blecht trotz Sanierung für Wohnungsreinigung
Eine Rentnerin (82) aus Luzern zahlt beim Umzug ein teures Putzinstitut – trotz anstehender Totalsanierung. Die Verwaltung spricht von «einem Missverständnis».

Das Wichtigste in Kürze
- Nach 47 Jahren muss eine Luzerner Rentnerin (82) ihre Wohnung verlassen.
- Trotz bevorstehender Totalsanierung kostet sie die Reinigung 1700 Franken.
- Die Verwaltung spricht von einem Missverständnis – und will für die Kosten aufkommen.
Ein Umzug ist oft mit viel Aufwand verbunden. Einerseits gibt es viel Papierkram zu erledigen. Andererseits müssen sich Mieterinnen und Mieter um die Reinigung kümmern.
Besonders mühsam verlief die Umsiedlung offenbar für eine Rentnerin (82) aus Luzern. Nach 47 Jahren habe sie ihre Wohnung am Grimselweg Ende April verlassen müssen, wie der «Blick» schreibt.
Grund dafür ist eine Totalsanierung. Die Gemeinnützige Stiftung für preisgünstigen Wohnraum Luzern (GSW) habe die Betroffenen im Mai 2024 über das Vorhaben informiert, heisst es.

So weit, so gut. Allerdings habe die 82-Jährige ihre Wohnung trotz anstehender Totalsanierung am 1. Oktober in gereinigtem Zustand abgeben müssen.
Die Nichte der Betroffenen sagt gegenüber dem «Blick»: «Ich habe mich sehr geärgert, als ich von meiner Tante informiert wurde, dass sie ihre Wohnung gereinigt abgeben muss.»
1700 Franken für Putzinstitut
Darum habe sie ihr geraten, noch einmal bei der GSW nachzufragen. «Sie haben ihr gesagt, sie müsse die Wohnung gereinigt abgeben, da sie die Wohnung bis Ende September nochmals vermieten.»
Aus diesem Grund habe die Rentnerin ein Putzinstitut engagiert. Kostenpunkt: 1700 Franken.
Bei der Wohnungsübergabe Ende April sei dann jede Ecke und jede Kante kontrolliert worden, so die Nichte.

Sie könne sich allerdings nicht vorstellen, dass die Wohnungen noch einmal zwischenvermietet werden. «Es hat 50-jährige Teppiche drin, die nicht mehr appetitlich aussehen. Und die Wände sind auch nicht mehr weiss.»
Wie die Stiftung GSW mit alten Menschen umgehe, sei «eine Frechheit».
Stiftung will Reinigungskosten übernehmen
Gegenüber dem «Blick» rechtfertigt sich die GSW. Geschäftsführer Pius Adler spricht von «einem Missverständnis».
Die Wohnungen müssten grundsätzlich in einem besenreinen Zustand abgegeben werden. «Eine professionelle Reinigung wurde nicht verlangt.»

Zwischennutzungen seien vereinzelt umgesetzt worden. «Dort, wo es sinnvoll ist und es der Zustand der jeweiligen Wohnung zulässt», erklärt Adler.
Der betroffenen Rentnerin vom Grimselweg macht der Geschäftsführer aufgrund des Missverständnisses ein Angebot. «Wir sind bereit, die entsprechenden Reinigungskosten zu übernehmen.»








