Lindt: Deutsche schäumen wegen Osterhasen-Preisen
Alle Jahre wieder hoppelt der Goldhase von Lindt zu Ostern in die Münder. Für viele Deutsche hat der Preis aber die Schmerzgrenze überschritten.

Das Wichtigste in Kürze
- In Deutschland rasselt es hässige Kommentare wegen Lindts Goldhasen-Preisen.
- Dort kostet er 8.99 Euro – umgerechnet 8.10 Franken.
- In der Schweiz ist der süsse Gaumenschmaus sogar 22 Prozent teurer.
Für die Schweizer Schoggibranche ist Ostern ein Mega-Business.
Sieben Prozent des Umsatzes stammt aus dem Geschäft mit Oster-Schokolade. Über 20 Millionen Schoggihasen werden in die Form gegossen und verkauft.
Für den Biss in den Hasen müssen Schleckmäuler tief in die Tasche greifen – und dieses Jahr sogar noch tiefer. Unsere deutschen Nachbarn spüren jetzt den Schweizer Schoggi-Schock.
Deutsche wittern «Abzocke»
Ein User stänkert auf der Plattform Threads in Richtung Lindt: «Ihr seid doch nicht ganz dicht?»
8.99 Euro (umgerechnet 8.10 Franken) kostet der 200 Gramm schwere Schoggihase von Lindt. «Die Hälfte bleibt deswegen stehen und wird dann nach Ostern mit 70 Prozent Rabatt verscherbelt», vermutet er.

Und der User legt nach: «Wer die kauft, hat wirklich die Kontrolle über sein Leben verloren und sollte zwingend seine Zurechnungsfähigkeit überprüfen lassen.» Krawumm!
Über 1000 wütende Deutsche stimmen in den Hasen-Hass ein: «Abzocke», «unverschämt solche Preise», «abartig» und «blöde Schokohasen».
Lindt-Hase kostet in der Schweiz 22 Prozent mehr
Brisant: Der Goldhase kostet in der Schweiz – wo natürlich das Lohnniveau höher ist – noch mehr. Über 22 Prozent teurer ist er als bei den Deutschen. Der 200 Gramm schwere Hoppler schlägt hierzulande mit 9.95 Franken zu Buche.
Auf Anfrage von Nau.ch nimmt Lindt Stellung zur Preis-Kritik.
«Um die hohen Kakaopreise zu kompensieren, mussten wir 2025 unsere Preise gruppenweit um 19 Prozent erhöhen. Abhängig von den lokalen Kostenstrukturen», sagt eine Sprecherin.
Kurz: Die Preise für Kakaobohnen haben einen Satz nach oben gemacht – und die Hasenpreise hüpfen gleich mit.
Zu den unterschiedlichen Preisen in der Schweiz und in Deutschland sagt Lindt: «Die Schweiz weist gegenüber Ländern der Euro-Zone andere Kostenstrukturen wie beispielsweise Lohn- und Logistikkosten oder Marketing- und Promotionskosten auf.»
Zudem gelte es zu berücksichtigen, dass die Preisgestaltung auch im Ermessen der Einzelhändler liege. Lindt beobachtet «die Kostensituation laufend, um ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis sicherzustellen.»
Lindt produziert Schoggihasen in Deutschland
Übrigens: Die Goldhasen von Lindt werden nicht in der Schweiz, sondern in einem deutschen Werk in Aachen produziert. Der Hase hoppelt also für uns über die Grenze, nicht umgekehrt.
Der Branchenverband Chocosuisse bestätigt gegenüber Nau.ch: Die Preise für Kakaobohnen sind in den letzten zwei Jahren stark gestiegen. Sie haben zeitweise ein historisches Hoch erreicht», sagt Sprecherin Lydia Toth.
«Für die Hersteller bedeutet das deutlich höhere Produktionskosten und entsprechend tiefere Margen.»
Kakao-Preise kennen nur eine Richtung
Die Gründe: Wetterbedingte Ernteausfälle, Krankheiten in den Plantagen, das hohe Alter vieler Kakaobäume.
Nicht zu vergessen: Die weltweit gestiegene Nachfrage nach Kakao – alle wollen ein Stück von der Schoggi. Auch das treibt die Preise in die Höhe.
Es geht noch teurer
Auch Schoggi-Gigant Läderach bestätigt auf Anfrage: «Ausschlaggebend sind die insgesamt höheren Rohstoffkosten, aber auch gestiegene Kosten für Personal oder Logistik.»
Traditionell setzt Läderach bei den Preisen im Export auf nominale Parität: Kostet ein Produkt hier ein Franken, kostet es im Ausland ein Euro – unabhängig vom Wechselkurs oder der Kaufkraft.
Der Läderach-Hase «Cleo», 120 Gramm schwer, kostet hierzulande 19.90 Franken. Bei den Deutschen 19.90 Euro – also umgerechnet «nur» 17.90 Franken.















