Lehrer: Bildungsniveau wird wegen Mega-Hitze sinken

    Stephan Felder
    Stephan Felder

    Basel,

    In vielen Kantonen beginnt heute die Schule, bei Temperaturen von über 30 Grad. Lehrpersonen warnen vor Folgen für den Lernerfolg.

    hitze
    Ein Lehrer schlägt Alarm: Die Hitze kann dazu führen, dass in der Schweiz das Bildungsniveau sinkt. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Hitze kann laut Lehrpersonen den Lernerfolg und die Chancengerechtigkeit beeinträchtigen.
    • In Basel-Stadt sollen flexible Stundenpläne und kühlere Orte Abhilfe schaffen.
    • Die Hitze bleibt voraussichtlich die ganze Woche, nächste Woche könnte es besser werden.

    Die Sommerferien sind vorbei, doch die Hitze bleibt!

    In verschiedenen Kantonen beginnt heute wieder der Unterricht. Für Schülerinnen und Schüler bedeutet das auch Lernen bei Temperaturen von teils deutlich über 30 Grad.

    Das kann erhebliche Folgen für den Unterricht haben. Besonders schwierig ist die Situation in Schulhäusern, deren Klassenzimmer sich kaum abkühlen lassen.

    «Bildungsniveau wird ganz sicher nicht mehr steigen»

    Jean-Michel Héritier, Präsident des grössten Lehrpersonenverbands in Basel, kennt die Situation aus eigener Erfahrung. Bereits am Morgen sei es in vielen Klassenzimmern zu heiss zum Unterrichten.

    «Damit die Eltern nicht die Kinder abholen müssen wie früher, als es Hitzeferien gab, machen wir dann Hitze-Hütedienst.» Das sagt Héritier gegenüber Radio SRF.

    Hitzefrei
    Hitzefrei gibt es heute aufgrund der familiären Betreuungssituationen praktisch nicht mehr. - keystone

    Für Héritier geht es aber um mehr als um das Wohlbefinden der Kinder. Die Hitze könne die Chancengerechtigkeit beeinträchtigen. Während einige Schulhäuser über Lüftungssysteme verfügten, sei normales Unterrichten andernorts kaum mehr möglich.

    Das könne zu Leistungsunterschieden zwischen den Schulstandorten führen. Héritier warnt deshalb: «Dort, wo Hitze in den Räumlichkeiten ist, dort wird das Bildungsniveau ganz sicher nicht mehr steigen, sondern sinken.»

    Auch die Basler Volksschulleitung sieht Unterschiede zwischen den Schulstandorten. «Das wollen wir nicht schönreden, das ist eine Tatsache», sagt Doris Ilg, Co-Leiterin der Basler Volksschulen.

    Stundenplan wird an Hitze angepasst

    Der Kanton setzt deshalb auf verschiedene Massnahmen. Lehrpersonen können den Stundenplan anpassen und beispielsweise weniger «kopflastige» Fächer unterrichten.

    «Dass man sich vielleicht mit bildnerischem Gestalten oder mit Fächern, die nicht so kopflastig sind, auseinandersetzt», erklärt Ilg. Anspruchsvollere Inhalte könnten in den kühleren Monaten nachgeholt werden.

    Erstklässler
    Viele Erstklässler starten heute Montag bei brütender Hitze in ihre Schulkarriere. - keystone

    Auch zusätzliche Pausen sind möglich. Zudem können Klassen den Unterricht an kühlere Orte verlegen. Etwa in den Keller eines Schulhauses oder in ein Museum.

    Sollte mehr in kühlere Schulräume investiert werden?

    An ausgewählten Standorten testet Basel-Stadt ausserdem Deckenventilatoren und nächtliches Lüften. Doch diese Massnahmen haben Grenzen.

    «Aber wir wissen natürlich: Wenn es so wie jetzt momentan über längere Zeit heiss bleibt, dann werden andere Massnahmen dringender. Dann braucht es wirklich bauliche Massnahmen.»

    Lehrer fordert bessere Schulhäuser

    Für Héritier reichen die bisherigen Massnahmen nicht aus. Nicht jede Klasse könne an einen kühleren Ort ausweichen, zudem würden Deckenventilatoren nur vereinzelt installiert.

    «Unter dem Strich bleibt es dabei: Wir brauchen bessere Räumlichkeiten, um in Zukunft den Bildungserfolg garantieren zu können.»

    Das Problem beschränke sich zudem nicht auf Basel-Stadt. Ähnliche Herausforderungen dürften sich bei anhaltender Hitze auch an anderen Schweizer Schulen stellen.

    Der nationale Lehrpersonenverband fordert deshalb ebenfalls Hitzemassnahmen an Schulen. Er verlangt unter anderem einen Grenzwert von 26 Grad in Schulräumen.

    Kein Aufatmen: Die Hitze bleibt vorerst

    Für die Schülerinnen und Schüler dürfte die Abkühlung vorerst ausbleiben. Die aktuelle Hitzewelle hält voraussichtlich die ganze Woche an.

    Erst ab kommender Woche könnte sich die Wetterlage entspannen und für etwas tiefere Temperaturen sorgen.

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    Kommentare

    User #6134 (nicht angemeldet)

    Ich denke eher dass das Bildungs- und Leistungs-Niveau bei gewissen Lehrern singt.

    User #4281 (nicht angemeldet)

    Meine Frau ist Lehrerin und sie hat ganz klar bestätigt, dass die letzten Monate von fast April bis zu den Sommerferien der Unterricht S.E.H.R. schwierig war wegen der Hitze und dass die Kinder nicht mehr lernen wollten und konnten und hässig, schlapp und unkonzentriert waren. Ich bin jedoch der Meinung, dass die Jungen von heute viel zu verweichlicht sind. Die Kinder sollten mal in einen heissen Kuhstall ein paar Wochen, dann wissen sie ein sauberes helles Klassenzimmer dann wieder sehr zu schätzen!

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