Regierung

    Legionellen: Regierung in Basel wusste schon 2018 von Kühlturmgefahr

    Stephan Felder
    Stephan Felder

    Basel,

    In Basel haben zwei Kühltürme am Manor-Hauptsitz Legionellen verbreitet. Nun zeigt sich: Die Regierung wusste schon 2018 von der Gefahr.

    Kühlturm
    Die Basler Regierung um Lukas Engelberger wusste bereits im Jahr 2018 um die Gefahr von Kühltürmen, - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Zwei Kühltürme verbreiteten am Manor-Hauptsitz Legionellen.
    • Die Regierung wusste seit 2018 von der Gefahr durch Kühltürme.
    • Die GPK forderte damals einen Kataster und regelmässige Kontrollen.

    In Basel haben zwei Kühltürme am Manor-Hauptsitz Legionellen verbreitet. Nun zeigt sich: Die Regierung wusste schon 2018 von der Gefahr.

    Bereits 2017 waren zwei Verdunstungskühlanlagen von Legionellen befallen. Beide Anlagen wurden danach saniert.

    Trotzdem war für die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Grossen Rats 2018 nicht nachvollziehbar, dass solche Anlagen nicht regelmässig überprüft wurden.

    Manor
    Hier ist der aktuelle Legionellen-Ausbruch gestartet. Der Manor-Hauptsitz in Basel. - keystone

    Die GPK warnte, dass ein Befall die Bakterien über die Luft verbreiten und Menschen in mehreren Kilometern Entfernung gefährden könne.

    Wie die «Basler Zeitung» berichtet, forderte die GPK deshalb einen Kataster für Verdunstungskühlanlagen sowie regelmässige Kontrollen.

    Basel-Stadt hatte damals weder einen solchen Kataster noch eine entsprechende Kontrollfunktion.

    Regierung wollte zunächst abwarten

    Die damalige SP-Grossrätin Franziska Roth sass 2018 in der GPK. Die Regierung habe erklärt, ein Kataster würde zwar helfen, man wolle aber noch abwarten.

    Heute hält Roth diese Entscheidung für fragwürdig. «Man müsste wissen, wo die Anlagen stehen und diese regelmässig prüfen.» Angesichts des aktuellen Ausbruchs fragt sie sich zudem, «was man seither gelernt hat».

    Wie sollte Legionellen in Kühltürmen vorgebeugt werden?

    Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger war bereits 2018 im Amt. Er sagt, die Regierung habe «damals die nötigen Abklärungen getroffen». Die rechtlichen Abklärungen hätten gezeigt, dass «eine kantonale Regelung Bundesrecht widersprechen würde».

    Engelberger sieht deshalb den Bund in der Pflicht: «Das Beispiel des aktuellen Legionellen-Ausbruchs zeigt uns, dass der Bund aufgerufen ist, die gesetzlichen Vorgaben auf seiner Stufe zu überprüfen.»

    Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) sieht die Zuständigkeit für einen Kataster allerdings bei den Kantonen.

    Ausbruch hat ein politisches Nachspiel

    Der aktuelle Ausbruch hat bereits politische Folgen. SP-Grossrätin Michela Seggiani wohnt nahe des Manor-Hauptsitzes und hat eine Interpellation eingereicht.

    Sie sagt: «Als Politikerin und Anwohnerin möchte ich wissen, was die Regierung zu tun gedenkt, damit so etwas nicht mehr passiert.»

    Ihr Parteikollege Martin Leschhorn Strebel fordert in einer Motion zudem eine Meldepflicht für Nasskühltürme und ähnliche Anlagen.

    Wie viele Kühltürme es in Basel gibt, ist nicht vollständig klar. Dem kantonalen Laboratorium sind derzeit rund 100 Anlagen bekannt. «Wie hoch die Dunkelziffer ist, können wir nicht abschätzen», schreibt das Gesundheitsdepartement.

    Fünf Personen noch im Spital

    Unterdessen hat sich die Lage beim aktuellen Ausbruch beruhigt. Am Dienstag befanden sich noch fünf erkrankte Personen im Universitätsspital. Eine davon lag auf der Intensivstation.

    Wegen der Inkubationszeit von bis zu zehn Tagen könnten allerdings weiterhin Menschen erkranken. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist äusserst selten.

    Kommentare

    User #6166 (nicht angemeldet)

    Luki ist eher unfähig für dieses Amt...

    User #5008 (nicht angemeldet)

    Die Vereine und Verbände kassieren nur Beiträge, verantwortlich sind sie für nichts und ihre Arbeit ist es zu appellieren. Dieses Geschäftsmodell zieht sich unterdessen durch alle Branchen. Mir wird übel.

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