Laut Umfrage: 8 von 10 Schweizern halten Social Media für gefährlich
Während junge Menschen Social Media alltäglich nutzen, wächst in der Schweiz die Sorge um Risiken – und der Ruf nach klaren gesetzlichen Vorgaben.

Das Wichtigste in Kürze
- 80 Prozent der Schweizer Bevölkerung sehen Social Media für Minderjährige als Gefahr.
- Die Mehrheit fordert gesetzliche Altersgrenzen – am besten ab 15 Jahren.
- TikTok gilt als problematischste Plattform. Primäre Verantwortung würden Eltern tragen.
Gefahr oder Chance? Der Gebrauch von Social Media ist nicht mehr wegzudenken. Die meisten sind heutzutage bereits in jungen Jahren auf TikTok und Co. aktiv.
Nun zeigt eine aktuelle, repräsentative Umfrage des Online-Forschungsinstituts Marketagent den Wunsch der Bevölkerung nach strengeren gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Cybermobbing, Sucht, Gewalt – Social Media unter kritischem Blick
Mit 80 Prozent ist sich die klare Mehrheit der 1000 Befragten aus der Deutsch- und Westschweiz einig: Social Media sei für Kinder und Jugendliche eher oder sehr gefährlich.
Zwar erkennen die Teilnehmenden, besonders die jüngeren Altersklassen, die Chancen von sozialen Medien an. Besonders positive Aspekte seien der Zugang zu Wissen und Bildung (37 Prozent), die frühzeitigen technischen Kompetenzen (35 Prozent) und soziale Vernetzung (34 Prozent).
Dennoch überwiegen aus Sicht der Befragten klar die Risiken. Sorgen bereiten besonders Cybermobbing (69 Prozent), die übermässige Nutzung (63 Prozent) und sexuelle Belästigung (62 Prozent). Weitere häufig genannte Gefahren sind Desinformation, mentaler Druck, Extremismus und Gewaltdarstellungen.
15 Jahre als gewünschte Altersgrenze
Länder wie Australien und Frankreich haben bereits konkrete Altersbeschränkungen beschlossen oder angekündigt. Währenddessen bahnt sich die Debatte über stärkere Regulierungen auch in der Schweizer Politik ihren Weg.
Die Bevölkerung ist da jedoch schon einen Schritt weiter. 83 Prozent sprechen sich für ein gesetzliches Mindestalter aus, im Schnitt liegt die gewünschte Altersgrenze bei 15 Jahren. Hier sind sich die Teilnehmenden über alle Generationen hinweg, von den 14-Jährigen bis zu den über-60-Jährigen, einig.
Bezüglich der Einhaltung von Altersgrenzen nehmen 43 Prozent der Befragten primär die Erziehungsberechtigten in die Pflicht. Weiter schreibt ein Viertel den Plattformen selbst die Verantwortung zu, und knapp ein Fünftel dem Staat.
Die Kernaussage ist deutlich: Eltern sollen Regeln setzen und das Nutzungsverhalten ihrer Kinder begleiten und kontrollieren. Doch auch Plattformen und Politik dürfen sich vor der Verantwortung nicht drücken.
TikTok führt die Sorgenliste an
76 Prozent der Befragten halten TikTok für die riskanteste Plattform. Nächstplatzierte, wenn auch mit deutlichem Abstand, sind Instagram und Snapchat mit jeweils 51 Prozent. Anschliessend folgen X und Facebook mit je 39 Prozent, und das Schlusslicht bildet YouTube mit 24 Prozent. Eine weitere markante Erkenntnis: Unter-40-Jährige schätzen Instagram deutlich häufiger als riskant ein als die älteren Befragten.













