Das Kunsthaus Zürich lädt die Öffentlichkeit dazu ein, den Chipperfield-Bau in Augenschein zu nehmen. Momentan ist das Gebäude ein Klangkörper.
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Geradlinige Architektur des Architekts David Chipperfield. (Archivbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der puristische Erweiterungsbau des Kunsthauses Zürich ist fertig.
  • Bis am 24. Mai kann der Chipperfield-Bau von der Öffentlichkeit besucht werden.
  • Eingeläutet wird das neue Gebäude von einer Klanginstallation von William Forsythe.

Im Erweiterungsbau des Kunsthauses Zürich erwacht das öffentliche Leben: Noch bevor die Kunst im grossen Stil einzieht, ist das Publikum eingeladen. Bis 24. Mai ist der Chipperfield-Bau offen für einen ersten Augenschein.

Kunsthaus Zürich wird mit Klanginstallation eingeläutet

Eingeläutet im Wortsinn wird das neue Leben von einer Klanginstallation des Choreographen William Forsythe: Kirchenglocken und Triangeln in unterschiedlichen Grössen und damit Tonhöhen und Klangfarben sind über mehrere Räume verteil. Sie machen das Gebäude zu einem Klangkörper, wie Forsythe es gegenüber dem Kunsthaus Zürich selbst ausgedrückt hat.

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Der Erweiterungsbau des Kunsthaus Zürich, fotografiert am 31. Juli 2020 in Zürich. Entworfen wurde das Gebäude vom Architektenteam von David Chipperfield. - Keystone

Im Übrigen ist der US-Choreograph Forsythe in Zürich kein Unbekannter. Seit Jahrzehnten stehen immer wieder Forsythe's Ballette auf dem Programm des Opernhauses, zuletzt Anfang 2020. Die Plakate mit der grossen Mücke mögen noch so mancher Zürcherin, so manchem Zürcher in Erinnerung sein.

Puristische Architektur mit viel Sichtbeton

Aber zurück zum Chipperfield-Bau: Den Besucherinnen und Besuchern soll die puristische Architektur nahe gebracht werden. Neben viel Sichtbeton tritt mit hellem Eichenholz, glänzendem Messing und smaragdgrünem Samt die edle Anmutung in den Vordergrund. Punktuell trifft das Publikum auf bekannte Kunstwerke.

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Das Kunsthaus Zürich am Heimplatz. - Keystone

So bildet beispielsweise das Wandbild «Pétales et jardin de la nymphe Ancolie» den künstlerischen Mittelpunkt der Chipperfield-Bar; das Werk hatte Max Ernst 1934 für die Corso-Bar am Bellevue geschaffen. Oder Calders Mobile «Cinq blancs, un rouge» aus dem Jahr 1972 schwebt in der Halle. Oder Robert Delaunays «Formes circulaires» (1930) richten die Blicke auf das zweite Obergeschoss.

Konzeptkunst verbindet alten mit neuem Bau

Neu ist indes das Werk «Over and Above» des Konzeptkünstlers Lawrence Weiner. Es wurde eigens für das Kunsthaus Zürich adaptiert und ist nun an den Zugängen zur Passage montiert. Diese verbinden unter dem Heimplatz den Chipperfield-Bau mit dem alten Bau des Kunsthauses.

Diesen Weg nehmen die Besucherinnen und Besucher bis Pfingsten. Erst dann, vom 22. bis 24. Mai, für die letzten drei Tage dieser Besichtigungswochen, wird das grosse Messingportal am Heimplatz erstmals geöffnet.

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