Die japanische Bild- und Formensprache diente vielen westlichen Kunstschaffenden als Inspiration. Das Kunsthaus Zug widmet diesem Thema nun eine Ausstellung.
«Femme au tub» heisst das Kunstwerk des französischen Post-Impressionisten Henri de Toulouse-Lautrec, das in Zug zu sehen ist und japanische Bezüge aufweist.
«Femme au tub» heisst das Kunstwerk des französischen Post-Impressionisten Henri de Toulouse-Lautrec, das in Zug zu sehen ist und japanische Bezüge aufweist. - sda - Kunsthaus Zug

Das Wichtigste in Kürze

  • Viele europäische Künstler liessen sich von Kunstwerken aus Japan beeinflussen.
  • Auch Arbeitsweisen wie der japanische Farbholzschnitt wurden gerne übernommen.
  • Eine Ausstellung des Kunsthauses Zug verbindet nun japanische und westliche Kunst.

Ob Klimt, Klee oder Kandinsky: europäische Künstlerinnen und Künstler haben sich von Japan beeinflussen lassen. Die fernöstlichen Spuren in ihren Werken zeigt das Kunsthaus Zug in seiner neuen Ausstellung «Alles und Nichts. Japan und die moderne Kunst bis heute».

Zu sehen sind in Zug 145 Werke von 52 Künstlerinnen und Künstlern. Zu sehen sind Kunstwerke von Künstlern wie Hiroshige und Toulouse-Lautrec bis de Carouge und Kawamata. Die breite Auswahl zeige, dass die Japan-Faszination kein zeitlich oder lokal begrenztes Phänomen war. Das teilte das Kunsthaus anlässlich einer Medienorientierung am Donnerstag mit.

Japanische Bild- und Formensprache als Inspiration

Die abendländischen Kunstschaffenden beschäftigten sich demnach seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert intensiver mit der japanischen Kunst und Kultur. Porzellane, Lackarbeiten oder Seidenstoffe wurden damals über die Weltausstellungen in europäischen Zentren einer grösseren Öffentlichkeit bekannt. Die ersten Berührungspunkte werden zu Beginn der Ausstellung in einem «historischen» Raum thematisiert.

hiroshige
Eine Ausstellung mit einigen von Utagawa Hiroshiges Werken im Jahr 2004. - keystone

Die japanische Bild- und Formensprache inspirierte zahlreiche Kunstschaffende. Aufgenommen wurde etwa der japanische Farbholzschnitt mit seiner dekorativen Flächigkeit, den geschwungenen Linien und ungewohnten Kompositionsweisen. In der Ausstellung sind unter anderem Holzschnitte von Franz Marc und Wassily Kandinsky neben Landschaftsansichten von Utagawa Hiroshige zu sehen.

Auch Paul Klees Beschäftigung mit der fernöstlichen Kunst wird in zwei ausgestellten, beinahe kalligrafisch erscheinenden Arbeiten ersichtlich. Klee wiederum wird in Japan eingehend rezipiert.

klee
Alexander Klee 2017 vor einem Bild seines weltberühmten Grossvaters Paul Klee in der Fondation Beyeler in Riehen BS. - sda - KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Aber nicht nur die Techniken, sondern auch die ostasiatischen Religionen und Philosophien beeinflussten die europäischen Kunstschaffende. Auch, wenn viele von ihnen nie in Japan waren. Etwa die Zen-Malerei zwischen Form und Leere habe abstrakte Kunstschaffende der Nachkriegszeit fasziniert.

Westliche Kunst ist bis heute nachhaltig geprägt

Die Ausstellung hauseigener Werke wird ergänzt mit Leihgaben aus der asiatischen Sammlung des Historischen und Völkerkundemuseums St. Gallen sowie mit Objekten aus Privatbesitz. Sie sollen aufzeigen, dass Japan die moderne westliche Kunst bis heute nachhaltig geprägt habe.

Die Ausstellung wird kuratiert von Matthias Haldemann und Nina Schweizer. Sie steht unter dem Patronat der Japanischen Botschaft in der Schweiz. Vernissage ist am Freitag, zu sehen ist die Ausstellung im Kunsthaus Zug bis am 18. April.

Mehr zum Thema:

Kunst