Krämpfe, Psychosen: Gefährliche Teenie-Vapes kommen in die Schweiz
Sie wirken harmlos, sind aber gefährlich. Sogenannte «Baller-Liquids» sind in Deutschland und Frankreich schon im Trend und haben nun die Schweiz erreicht.

Das Wichtigste in Kürze
- «Baller-Liquids» ist ein gefährlicher Trend, der in der Schweiz angekommen ist.
- Es handelt sich um Flüssigkeiten, die in E-Zigaretten oder Vapes konsumiert werden und synthetische Cannabinoide enthalten.
- Der Wirkstoff hat eine starke Wirkung auf den Körper und die Psyche – der Konsum kann tödlich enden.
Bunte Verpackungen, fruchtige Aromen und harmlos klingende Namen: «Baller-Liquids» – ein Trend, der in Deutschland und Frankreich schon seit Längerem für Schlagzeilen sorgt – hat die Schweiz erreicht.
Es handelt sich dabei um Substanzen, die oft als farbige Flüssigkeiten verkauft und über E-Zigaretten oder Vapes konsumiert werden. Das Problem: Oft ist nicht bekannt, was genau in den Produkten steckt.
Zürcher Tabak-Verkäufer: Werde ständig danach gefragt
Meistens handelt es sich um hoch dosierte synthetische Cannabinoide, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Der Wirkstoff hat eine starke und unvorhersehbare Wirkung auf den Körper und die Psyche – und ist hierzulande illegal.
Die Kantonspolizeien Zürich, St. Gallen und Basel-Land bestätigen gegenüber Nau.ch Fälle mit dieser Art Betäubungsmittel. Für eine Einschätzung der Problematik sei es jedoch noch zu früh, da zu wenige Erkenntnisse vorliegen. Die Polizeien beobachten die Situation jedoch.
«20 Minuten» hatte darüber berichtet. Brisant: Die Fälle «betreffen insbesondere Jugendliche im schulischen Umfeld», sagt Polizeisprecher Mischa Sigrist. «Wir beobachten die weitere Entwicklung aufmerksam.»
Nau.ch war auch im Tabakwaren-Laden «Werners Head Shop» in Zürich am Limmatquai. Der Verkäufer vor Ort erzählt: Er werde immer wieder nach den Produkten gefragt. Vor allem Touristen würden sich danach erkundigen, und er rate dringend davon ab, synthetische Cannabinoide zu konsumieren.
Wie Lucas Philippoz von Sucht Schweiz gegenüber SRF sagt, stehen besonders Jugendliche im Fokus. E-Zigaretten seien in dieser Altersgruppe breit verbreitet und in diesem Alter werde gern Neues ausprobiert.
Herzrasen, Krampfanfälle, Psychosen und Tod drohen
Das Marketing dieser Produkte richtet sich laut Philippoz offenbar gezielt an Jugendliche. Unter Namen wie «Baller-Liquids», «Zombie-Liquids» oder «Knaller-Liquids», werden sie mit süssen oder fruchtigen Aromen angeboten.
Und auch die farbige Verpackung trägt zum harmlosen Bild bei – doch der Inhalt ist das Gegenteil von harmlos.
Die chemisch hergestellten Stoffe sollen die Wirkung von THC – dem berauschenden Wirkstoff in Cannabis – nachahmen. Doch laut Experten ist die Wirkung häufig deutlich stärker.
Die gesundheitlichen Folgen nach dem Konsum können schwerwiegend sein: Herzrasen, Bewusstlosigkeit, Krampfanfälle, Halluzinationen und Psychosen sind möglich. In Extremfällen kann es sogar tödlich enden.













