Klassische Umfrage per E-Mail verliert an Relevanz
Die klassische Umfrage per E-Mail hat ein Problem: Millionen Schweizerinnen und Schweizer sind so nicht mehr erreichbar. Repräsentative Befragungen werden damit schwieriger.

Zu diesem Schluss kommt die Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ). Rund 69 Prozent der Schweizer Bevölkerung stehen Umfragen per E-Mail skeptisch gegenüber, wie eine am Montag veröffentlichte Umfrage der Hochschule zeigte.
Besonders ausgeprägt sei die geringe Teilnahmebereitschaft bei den 16- bis 24-Jährigen. In dieser Altersgruppe seien 83 Prozent für die klassische Rekrutierung nur schwer erreichbar. Die Studie machte jedoch deutlich, dass das Problem weit über diese Generation hinausgeht.
So wiesen auch 76 Prozent der Frauen eine tiefe Teilnahmebereitschaft auf. Ähnlich hohe Werte mit tiefer Teilnahmebereitschaft zeigten sich bei Personen in Agglomerationen (75 bis 78 Prozent) und bei Menschen ohne Parteisympathie oder mit geringem politischen Interesse (78 bis 79 Prozent). Noch schwieriger zu erreichen sind der Umfrage zufolge Personen mit IV-oder Altersrente, bei denen der Anteil mit tiefer Teilnahmebereitschaft 86 bis 87 Prozent beträgt
Laut dem Studienleiter Bruno Wüest entsteht für die Forschung dadurch ein Dilemma. Entweder würden die Meinungen dieser Gruppen unterrepräsentiert, was zu verzerrten Ergebnissen führe, oder die Kosten für die Rekrutierung stiegen stark an. Die Politik und Unternehmen liefen somit Gefahr, Entscheidungen auf einer unzureichenden Datenbasis zu treffen.
Die geringe Teilnahmebereitschaft sei dabei kein Desinteresse, sondern eine Folge veränderter Kommunikationsgewohnheiten. Als Lösung schlagen die Forschenden alternative Rekrutierungswege vor. So liessen sich etwa über Whatsapp liessen oder Instagram Personen erreichen, die auf E-Mails nicht reagierten.
Für die repräsentative Untersuchung befragte die HWZ 1218 Personen aus der Deutschschweiz, der Romandie und dem Tessin.






