Stadt Zürich

Klares Signal: Kantonsrat verwirft Nachtruhe-Initiative

Das Komitee Weltoffenes Zürich sieht in der Ablehnung der Nachtruhe-Initiative ein wichtiges Signal für den Flughafen. Beim Gegenvorschlag fordert es Augenmass.

Der Zürcher Kantonsrat stimmte am Montag für den Gegenvorschlag zur Nachtruhe-Initiaitve. (Archivbild)
Der Zürcher Kantonsrat stimmte am Montag für den Gegenvorschlag zur Nachtruhe-Initiaitve. (Archivbild) - KEYSTONE/MICHAEL BUHOLZER

Wie das Komitee Weltoffenes Zürich mitteilt, begrüssen sie die deutliche Ablehnung der «Flughafen-Nachtruhe-Initiative» durch den Zürcher Kantonsrat. Das Parlament hat die Initiative mit 171 zu 5 Stimmen verworfen. Damit setzt es ein klares Signal für den Erhalt der heutigen Betriebszeiten und für die gute internationale und interkontinentale Anbindung der Schweiz.

Die Initiative hätte die Betriebszeit des Flughafens faktisch um 30 Minuten verkürzt. Die Zeit zwischen 23 und 23.30 Uhr dient heute ausschliesslich dem Abbau von Verspätungen; reguläre Starts und Landungen dürfen in dieser Zeit nicht geplant werden.

Eine Streichung dieser halben Stunde hätte den Drehkreuzbetrieb erheblich geschwächt. Gemäss vorliegenden Analysen wären mindestens 30 Prozent der Langstreckenverbindungen, rund 8000 Arbeitsplätze und 1,6 Milliarden Franken Wirtschaftsleistung gefährdet gewesen.

Komitee spricht von «Sieg der Vernunft»

Andreas Schürer, Geschäftsführer des Komitees Weltoffenes Zürich, sagt: «Das klare Nein ist ein Sieg der Vernunft. Der Kantonsrat stellt sich gegen eine Vorlage, die bundesrechtliche Zuständigkeiten ignoriert und die internationale Anbindung der Schweiz massiv gefährdet hätte. Die heutigen Betriebszeiten sind eine zentrale Voraussetzung für ein funktionierendes Drehkreuz und damit für die Erreichbarkeit unseres Landes.»

Der Entscheid entspricht auch der Haltung der Bevölkerung. Gemäss der repräsentativen Sotomo-Studie zur Schweizer Luftfahrt beurteilen 57 Prozent der Schweizer Bevölkerung die geltenden Nachtruhe-Regelungen als genau richtig, weitere 22 Prozent bereits heute als zu strikt.

Insgesamt sehen damit 79 Prozent keinen Bedarf für eine Verschärfung. In der Flughafenregion Zürich sind es 75 Prozent: 49 Prozent halten die heutige Regelung für genau richtig, 26 Prozent erachten sie als zu strikt. Ein klarer Auftrag für längere Nachtruhezeiten sieht anders aus.

Gegenvorschlag löst kein Verspätungsproblem

Das Komitee Weltoffenes Zürich bedauert, dass der Kantonsrat dem Gegenvorschlag zugestimmt hat. Zusätzliche Berichts-, Informations- und Monitoringpflichten verhindern keine einzige Verspätung. Sie schaffen administrativen Aufwand und bergen die Gefahr, neue politische Erwartungen an eine Steuerung der Betriebszeiten zu wecken, obwohl diese abschliessend auf Bundesebene geregelt sind.

Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt zudem, dass konkrete betriebliche Massnahmen wirksamer sind als neue politische Auflagen: Zwischen 2023 und 2025 sank die Zahl der Flugbewegungen nach 23.00 Uhr um rund 20 Prozent, obwohl die Passagierzahl im gleichen Zeitraum um 13 Prozent zunahm.

Nun ist bei der Umsetzung des Gegenvorschlags Augenmass gefordert. Die neuen Vorgaben dürfen weder bürokratisch aufgebläht noch als Instrument für eine schleichende Einschränkung der Betriebszeiten missbraucht werden.

Pünktlichkeit statt zusätzlicher Druck

Die Berichterstattung muss sachlich, verhältnismässig und auf die gesetzlichen Anforderungen beschränkt bleiben. Das Ziel muss ein möglichst pünktlicher Betrieb sein – nicht zusätzlicher politischer Druck auf das Drehkreuz.

Nach dem deutlichen Verdikt des Kantonsrates ist nun das Initiativkomitee am Zug, den angekündigten Rückzug der Initiative zu vollziehen. Andernfalls wird die Zürcher Stimmbevölkerung das letzte Wort haben.

Kommentare

Weiterlesen

sbb
119 Interaktionen
Nicht Pannenzug?
Wetter
99 Interaktionen
Bis 38 Grad

MEHR AUS STADT ZüRICH

Frauenstreik Zürich
14 Interaktionen
Zürcher Frauendemo
Curacao
68 Interaktionen
Tor gegen Deutschland