Gericht

    Kesb-Vormund ergaunert sich über 300'000 Franken

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Zürich,

    Ein von der Kesb eingesetzter Vormund ergaunerte sich während drei Jahren über 300'000 Franken. Er muss sich nun vor Gericht verantworten.

    kindes- und erwachsenenschutzrecht
    Ein Tisch mit Stofftieren steht im Warteraum der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) der Stadt Zürich. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • 316'000 Franken hat sich ein Kesb-Vormund von seinem Schützling ergaunert.
    • Vor Gericht wird er nun zu zwei Jahren Haft verurteilt.
    • Der Vermögensverwalter zeigt sich zwar reuig, doch seine Argumente seien unglaubwürdig.

    Während drei Jahren hat sich ein von der Kesb als Vermögensverwalter eingesetzter Beistand 316'000 Franken vom Konto seines Schützlings überwiesen. Das Bezirksgericht Zürich fällte am Montag kein Urteil, sondern wies den Fall an die Staatsanwaltschaft zurück.

    kesb initiative unterschriften
    Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde sorgt mit einer Entscheidung in der Westschweiz für Kopfschütteln. - Keystone

    Der heute 70-jährige Beistand hatte unter anderem von 2016 bis 2019 Geld vom Konto seines Mündels auf sein eigenes überwiesen. Um seine Taten zu vertuschen, stellte er gefälschte Rechnungen aus, wie aus der Anklageschrift hervorgeht.

    Beistand zeigt Reue

    Als sein Mündel im September 2018 verstarb, unterliess es der Angeklagte zudem, dessen Vorsorgeeinrichtung zu informieren. So wurde weiterhin Rente in Höhe von 23'000 Franken ausbezahlt.

    Der Beistand habe sich mit dem Opfer freundschaftlich verbunden gefühlt und bereue seine Taten, sagte der Angeklagte vor Gericht. Bei der Übernahme des Kesb-Mandats sei er finanziell noch gut dagestanden.

    beistand
    Ein 70-jähriger Beistand der Kesb stahl mehr als 300'000 Franken von seinem Schützling. - AFP

    Er habe aber über Jahre seinen Bruder finanziell unterstützt. Ein Rechtsstreit mit einem ehemaligen Mitarbeiter habe ihm finanziell ebenfalls geschadet. Als er in Notlage geriet, habe er sich geschämt, diese offenzulegen – in der «naiven Hoffnung auf ein Wunder».

    Freiheitsstrafe von zwei Jahren

    Die Richterin sagte, das Verhalten des Angeklagten können «nur noch als skrupel- und pietätlos» betrachtet werden. Die Summe des veruntreuten Geldes sowie die Dauer der Bezüge lasse die Erklärung des vorübergehenden Engpasses unglaubwürdig erscheinen. Das Verhalten des Angeklagten zeuge von hoher krimineller Energie.

    beistand
    Ein Polizeiauto steht vor dem Bezirksgericht Zürich. - Keystone

    Der Angeklagte ist geständig und hatte sich eigentlich mit der Staatsanwaltschaft auf einen Deal geeinigt: Eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren und das Zurückzahlen des ergaunerten Geldes samt Genugtuung.

    Das Bezirksgericht sah aber nicht alle Bedingungen für ein abgekürztes Verfahren erfüllt und wies den Fall an die Staatsanwaltschaft zurück.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Masernimpfung
    9 Interaktionen
    Masern-Impfung
    KSA Pfäffikon
    2 Interaktionen
    Nach Kündigung
    Marcel Rohr
    16 Interaktionen
    Über Kesb Solothurn

    MEHR GERICHT

    6 Interaktionen
    Anchorage
    Karol Nawrocki
    3 Interaktionen
    Warschau
    Russell Brand
    13 Interaktionen
    Vor Gericht
    4 Interaktionen
    Horgen ZH

    MEHR AUS STADT ZüRICH

    FC Zürich
    5 Interaktionen
    5:3-Sieg bei YB
    demo
    709 Interaktionen
    In Zürich
    Zürich
    Zürich
    limmat
    Kanton Zürich