Der Schweizer Immobilienmarkt ist ein hartes Pflaster. Der Ukraine-Krieg und die Coronapandemie machen es den Unternehmen nicht einfacher.
Die Corona-Krise bringt wohl keine Erleichterung auf dem Immobilienmarkt. Foto: Sina Schuldt/dpa
Die Corona-Krise bringt wohl keine Erleichterung auf dem Immobilienmarkt. Foto: Sina Schuldt/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schweizer Immobilienbranche hat es schwer.
  • Der Wohnraum ist noch immer knapp, keine Trendwende ist in Sicht.
  • Auch der Ukraine-Krieg stellt Unternehmen vor Herausforderungen.

Am Schweizer Immobilienmarkt ist und bleibt Wohnraum knapp. Anbieter von Geschäftsflächen stehen angesichts der jüngsten geopolitischen und wirtschaftlichen Entwicklung vor zusätzlichen Herausforderungen.

Am Mietwohnungsmarkt bleibt das Angebot wegen stagnierender oder gar rückläufiger Neubautätigkeit knapp. Das schreibt das Immobilienberatungsunternehmen Wüest Partner in dem am Mittwoch veröffentlichten Immo-Monitoring für den Frühling 2022.

Die Coronapandemie und damit auch mehr Homeoffice hätten den Raumbedarf zusätzlich steigen lassen. Zudem seien in den letzten Jahren deutlich mehr kleinere Haushalte entstanden. Ausserdem dürfte die Nachfrage wegen der anhaltenden Zuwanderung steigen. Und auch die Flüchtlingswelle aus der Ukraine dürfte laut der Studie zu spüren sein.

Keine Trendwende bei Wohneigentum: Steigende Preise

Beim Wohneigentum zeichnet sich laut Wüest Partner keine Trendwende ab. Trotz stärkerer Unsicherheiten und tieferer Realeinkommen sei auch im 2022 mit steigenden Preisen zu rechnen; zu gross sei die Nachfrage im Vergleich zum Angebot. Die Preise für Einfamilienhäuser seien 2021 so stark gestiegen wie letztmals vor 30 Jahren. Und auch die von Eigentumswohnungen stiegen wie seit 10 Jahren nicht mehr. Da trotz Boom die Bautätigkeit abnehme, dürften die Preise weiter steigen.

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Der Trend zum Homeoffice kann Immobilienexperten zufolge die Wohnungsmärkte in Grossstädten entlasten und eine Chance für das Umland sein. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa - dpa-infocom GmbH

Wo vor einigen Jahren die Bevölkerung noch abwanderte, herrscht heute Wohnungsmangel. Die Berggebiete profitierten vom Digitalisierungsschub, so Wüest Partner. Zudem seien die Berggebiete als Wohnsitz für Personen im Pensionsalter immer beliebter. Höhere Nachfrage führe dazu, dass das Angebot dort immer kleiner werde, was einen massiven Einfluss auf die Preisentwicklungen habe. Dies sei auch stark von dem in den vielen Berggemeinden geltende Zweitwohnungsbauverbot geprägt.

Geschäftsflächen-Markt bleibt stabil

Der Markt für Geschäftsflächen entwickelt sich dank des wachsenden Arbeitsmarktes laut Wüest Partner mehr oder weniger stabil. Allerdings hat 2021 die Laufzeit der neu abgeschlossenen Mietverträge abgenommen. Die mittlere Laufzeit bei den Büromietverträgen betrug 2021 noch 5,3 Jahre. Die Verkürzung sei auch damit zu erklären, dass häufiger kleinere Flächen an Kleinunternehmen vermietet würden. Diese hätten per se eine kürzere Vertragslaufzeit. Insgesamt erwartet Wüest Partner im laufenden Jahr um 0,9 Prozent tiefere Mieten.

Die Angebotsmieten im Detailhandel dürften wegen des wachsenden Online-Handels um 2,5 Prozent zurückgehen. Da der stationäre Handel weniger Flächen brauche, dürften die Leerstände leicht steigen.

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