Im Berner Kandertal, wo es in den letzten Jahren zu Fischsterben beim Blausee kam, überwacht nun ein Messsystem das Grundwasser.
Ein Gutachter hat keine Hinweise darauf gefunden, dass durch illegal auf diesem Steinbruch bei Mitholz BE deponiertes Material das Grundwasser im oberen Kandertal verschmutzt worden wäre. (Archivbild)
Ein Gutachter hat keine Hinweise darauf gefunden, dass durch illegal auf diesem Steinbruch bei Mitholz BE deponiertes Material das Grundwasser im oberen Kandertal verschmutzt worden wäre. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/ANTHONY ANEX
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Das Wichtigste in Kürze

  • Illegale Altlasten sollen die Fische im beliebten Blausee im Kandertal vergiftet haben.
  • Ein unabhängiges Gutachten findet jetzt aber keine entsprechenden Hinweise.
  • Die Blausee AG trägt die externe Expertise aber nicht mit.

Bei den Arbeiten zu diesem System fand ein unabhängiger Gutachter keinen Hinweis auf Gewässerverschmutzungen durch Altlasten. Der Gutachter ist allerdings auch der Auffassung, auf die Fragen zu einem potenziellen Schadstofftransport im Grundwasser liessen sich «keine einfachen und eindeutigen Antworten geben».

Blausee
Der Blausee im Berner Oberland zieht jährlich tausende von Touristen an. - Keystone

Das geht aus einer Mitteilung der Teilnehmer von neun Rundtischgesprächen zum Grundwasser im oberen Kandertal vom Freitag hervor.

Fischsterben weiter ungeklärt

Auf Grund der hydrogeologischen Untersuchungen allein könnten die Ursachen oder die Ursache der Fischsterben der Blausee AG der letzten Jahre nicht erklärt werden, heisst es in der Mitteilung weiter. Es habe an aktuellen und regelmässigen, aussagekräftigen Messwerten gefehlt.

Um künftig belastbare Messwerte zur Verfügung zu haben, sei das Überwachungssystem eingerichtet worden. Es erfasst ausser das Grundwasser auch den Fluss Kander.

Blausee AG akzeptiert Gutachten nicht

Die Rundtischgesprächen waren im November 2020 gestartet worden. Ziel war, die Auswirkungen von bestehenden Anlagen sowie von künftigen Bauvorhaben auf das Grundwasser im oberen Kandertal zu klären. Auch sollten die verschiedenen Interessen aufeinander abgestimmt werden. Die Rundtischgespräche sind nun abgeschlossen.

Fischsterben Blausee
Forellen schwimmen im Blausee. - Keystone

An der letzten Sitzung nahm die Blausee AG nicht teil. Sie trägt laut Mitteilung die unabhängige Expertise nicht mit. Damit fehle die vereinbarte Einstimmigkeit für eine Veröffentlichung der Expertise. An der technischen Leitung des neu eingerichteten Gewässermonitorings beteiligt sich die Blausee AG aber.

Dieses Unternehmen vermutet, dass illegal auf dem Gelände des Steinbruchs Mitholz abgelagerter Tunnelschotter aus dem Lötschberg-Scheiteltunnel der Grund für die Fischsterben ist. Das Baustoffunternehmen Vigier schloss schon im vergangenen Jahr einen Zusammenhang zwischen dem Wasserausfluss aus dem Steinbruch und den Fischsterben aus.