Der oberste Kantonsarzt Rudolf Hauri verströmt Zuversicht: Halte sich die Bevölkerung an die neuen Corona-Regeln, könnten diese ausreichen, sagt er.
Kantonsärzte-Präsident Rudolf Hauri: «Die Erkenntnisse zur Omikron-Variante sind noch sehr vage.» (Archivbild)
Kantonsärzte-Präsident Rudolf Hauri: «Die Erkenntnisse zur Omikron-Variante sind noch sehr vage.» (Archivbild) - sda - KEYSTONE/ANTHONY ANEX

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Freitag hat der Bundesrat neue Corona-Regeln bekannt gegeben.
  • Ab Montag gilt unter anderem 2G in Restaurants und 2G+ in Clubs.
  • Das könnte als Verschärfung ausreichen, sagt Rudolf Hauri.

Wenn sich die Bevölkerung gut an die vom Bundesrat beschlossenen Verschärfungen der Coronamassnahmen halte, dann müssten sie laut Kantonsärzte-Präsident Rudolf Hauri «eigentlich reichen». Der Förderalismus sei zudem nicht nur ein Nachteil im Kampf gegen die Krise.

Eine Prognose wage er nicht, aber er hoffe sehr, dass es reiche, sagte Hauri in der «Samstagsrundschau» von Radio SRF.

Rudolf Hauri Coronavirus
Rudolf Hauri sieht im Föderalismus auch eine Chance. - Keystone

Ein gewisses Risiko habe man jetzt halt, weil die allermeisten, die wollten, sich hätten impfen lassen.

Bei den Fallzahlen gebe es eine Stagnation auf hohem Niveau mit leichter Tendenz zu einem Rückgang. In den Spitälern stiegen die Eintritte zwar noch, flachten aber ab. Mit rund 300 belegten Intensivbetten sei die Belastung sehr hoch, wobei die Belastung durch Intensivpatienten generell stark sei. Zudem seien die Bettenkapazitäten tiefer als vor einem Jahr, weil das Personal fehle.

Hauri verteidigt die Kantone

Hauri stellte in Abrede, dass sich die Kantone hinter dem Bund verstecken würden. Die Kantone hätten mit Verschärfungen gerechnet, aber eine andere Lagebeurteilung gemacht als der Bundesrat, der nun deutlichere Verschärfungen angeordnet habe. Den Vorhalt, die Kantone würden mildere Varianten befürworten und umsetzen, weil der Bundesrat sie dann schon korrigiere, wollte Hauri so nicht gelten lassen.

Coronavirus
Gesundheitsminister Alain Berset stellte am Freitag die neuen Regel-vorschläge im Kampf gegen das Coronavirus vor. Eine verkürzte Quarantäne-Pflicht gehörte nicht zu den neuen Massnahmen. - Keystone

Die derzeitige Situation mit der dominierenden Delta-Variante ist für Hauri das Kriterium für die Beurteilung der aktuellsten Massnahmen. Der Bundesrat hatte die deutlichere Verschärfung am Freitag indes hauptsächlich mit der anrollenden Omikron-Variante begründet. Die Erkenntnisse über diese neuste Variante sind laut Hauri aber noch «sehr vage».

Sind Sie zuversichtlich, dass die neu angeordneten Massnahmen ausreichen werden?

Zu den sehr unterschiedlichen Praktiken in den Schulen meinte Hauri, er habe zwar grosses Verständnis für das Unverständnis. Aber es gebe gute Gründe für und gegen das repetitive Testen. Wenn alle Schulen ständig testen würden, reichten die Labor-Kapazitäten wohl nicht aus.

Es möge aber sein, dass einige Kantone, die dies nicht täten, über ihre eigene Teststrategie stolperten, und nun die Schulen früher schlössen vor den Festtagen. Auch das Maskentragen kann gemäss Hauri einen sehr guten Effekt haben in den Schulen. Aber für ihn stehe das Testen über den Masken.

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