Kanton Freiburg will Kerzers-Opfern helfen
Drei Wochen nach dem Brandanschlag in einem Postauto in Kerzers FR, bei dem sechs Menschen ums Leben kamen, will der Freiburger Staatsrat dafür sorgen, dass die vorgesehenen Massnahmen zur Unterstützung der Opfer und ihrer Angehörigen umgesetzt werden.

Die Hilfe stützt sich auf das Bundesgesetz über die Opfer von Straftaten (Opferhilfegesetz, OHG). Dieses sieht kantonale Hilfen für Opfer und ihre Angehörigen vor, darunter insbesondere Soforthilfe, längerfristige Hilfe, Entschädigung und Genugtuung.
Sollten sich diese Entschädigungen als unzureichend erweisen, behält sich der Staatsrat gemäss Mitteilung vom Mittwoch vor, beim Bund einen Antrag auf «ausserordentliche Unterstützung» zu stellen.
Der Mechanismus umfasst vier Bereiche. Erstens die Soforthilfe zur Deckung der dringenden Bedürfnisse der Opfer und ihrer Angehörigen. Dazu zählen etwa Kosten für Unterkunft, Reise, Transport, Rechtsberatung, therapeutische Unterstützung und Kosten, die nicht von der Krankenversicherung übernommen werden. Diese Hilfe ist nicht von der wirtschaftlichen Situation der begünstigten Personen abhängig.
Zweitens gibt es die längerfristige Hilfe zur Deckung derselben Bedürfnisse über einen längeren Zeitraum. Sie ist jedoch abhängig von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Begünstigten. Darüber hinaus gibt es die Entschädigung, deren Ziel insbesondere darin besteht, den Verdienstausfall bis zu maximal 130'000 Franken auszugleichen, wobei die Höhe von der finanziellen Situation des Opfers abhängt.
Schliesslich gibt es die Genugtuung als Entschädigung für «immaterielles Leid, psychischen Schock und emotionale Schmerzen, die aus der Verletzung oder dem Tod resultieren». Die Hilfe kann sich auf maximal 76'000 Franken für das Opfer und auf 38'000 Franken für die Angehörigen belaufen.
Der Freiburger Staatsrat bekundete am Mittwoch erneut seine Trauer und seine Solidarität mit den Opfern und ihren Angehörigen. Der Brandanschlag ereignete sich am 10. März.
In einem Postauto zündete sich in Kerzers ein 65-jähriger Schweizer selber an. Sechs Menschen, darunter der randständige, psychisch instabile Täter, kamen ums Leben. Weitere fünf Personen wurden zum Teil schwer verletzt.






