Junge Afghanen können zurückgewiesen werden
Junge Afghanen können unter bestimmten Voraussetzungen nach Afghanistan zurückgewiesen werden. Das BVGer hat dafür neue Kriterien festgelegt.

Das Gericht hält Rückführungen grundsätzlich weiterhin für unzumutbar, sieht jedoch Ausnahmen bei besonders günstigen individuellen Umständen vor. Im konkreten Fall bestätigte das Bundesverwaltungsgericht die Wegweisung eines jungen Afghanen, der zuvor Asyl beantragt hatte.
Der Fall zeigt, unter welchen Voraussetzungen junge Afghanen künftig zurückgewiesen werden könnten. Laut «SRF» droht ihm nach Einschätzung des Gerichts keine besondere Gefährdung durch das Taliban-Regime.
Das Urteil könnte für weitere Verfahren gegen junge Afghanen in der Schweiz von Bedeutung sein. Rund 200 Wegweisungen afghanischer Männer waren zuletzt wegen Beschwerden beim Bundesverwaltungsgericht hängig.
Junge Afghanen und die neuen Kriterien
Das Referenzurteil ist abschliessend und kann nicht beim Bundesgericht angefochten werden. Laut «BVGer» hat sich die Sicherheitslage seit der Machtübernahme der Taliban verbessert, während andere Probleme weiterhin bestehen.
Besonders angespannt bleiben die wirtschaftliche und humanitäre Situation sowie die Menschenrechtslage für Frauen und religiöse oder ethnische Minderheiten. Eine Rückkehr bleibt deshalb grundsätzlich unzumutbar, sofern keine besonders günstigen persönlichen Voraussetzungen vorliegen.
Entscheidend sind unter anderem Alter, Gesundheit, familiäre Unterstützung, Berufserfahrung und die konkrete persönliche Situation. Im vorliegenden Fall sah das Gericht diese Voraussetzungen als erfüllt an und bestätigte deshalb die Wegweisung.
Sorgen unter Afghanen in Deutschland
Die Debatte über Rückführungen betrifft auch afghanische Menschen in Deutschland, die eine zunehmende Unsicherheit wahrnehmen. Die «Frankfurter Rundschau» berichtet von Sorgen über Abschiebungen und Taliban-Vertreter in afghanischen Vertretungen.

Besonders betroffen fühlen sich Menschen, die nach der Machtübernahme der Taliban nach Deutschland evakuiert wurden. Menschenrechtsorganisationen verweisen zudem auf dokumentierte Fälle von Misshandlungen und willkürlichen Festnahmen nach Rückführungen.
Auch die politische Entwicklung in Deutschland verstärkt die Sorgen innerhalb der afghanischen Gemeinschaft. Organisationen warnen vor wachsender Ausgrenzung und möglichen Folgen für Integration, Teilhabe und bestehende Unterstützungsstrukturen.








