Jungbäume in Zürich drohen wegen Hitze zu sterben
Jungbäume trotzen der Hitze in der heissen Stadt Zürich teilweise erfolglos. Möglich ist, dass sie die Strassen nur noch bis nächsten Frühling zieren.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine junge Platane in Zürich bietet einen trostlosen Anblick.
- «Was macht die Stadt jetzt eigentlich für die Bäume?», fragt ein Nau.ch-Leser.
- Die Stadt Zürich gibt an, ihre Jungbäume bis zu dreimal pro Woche zu giessen.
Städte werden in der Hitze zu Wärmeinseln. Etwa in Zürich kann es im Vergleich zum ländlichen Umland bis zu knapp sechs Grad heisser sein. Manche Jungbäume können der Hitze hier nicht trotzen.
Einem Nau.ch-Leser bietet ein Bäumchen an der Badenerstrasse einen trostlosen Anblick. «Was macht die Stadt jetzt eigentlich für die Bäume?», fragt er. Bis auf wenige grüne Blätter hängen an der jungen Platane an der Badenerstrasse lauter vertrocknete oder gar keine Blätter mehr.
Die Strasse säumen weitere solche Bäume. Einem Bäumchen ein paar Meter davon entfernt droht ein ähnliches Schicksal. Es trägt zwar noch mehrheitlich grüne Blätter. Diese hängen aber schlaff an den Ästen.
Baumpflege-Team beurteilt im Frühling
Nau.ch hat Grün Stadt Zürich mit Fotos der Bäume konfrontiert.
Sprecherin Tanja Huber sagt: «Anhand der Fotos lässt sich die Ursache, weshalb der Baum in diesem Zustand ist, nicht abschliessend beurteilen.»
Den Zustand von Jungbäumen beurteilt das Baumpflege-Team nach Abschluss der Vegetationsperiode. Möglich ist demnach, dass einige Jungbäume wegen des Hitzesommers verschwinden werden.
Huber: «Sollte ein Baum abgestorben sein und im Frühling nicht mehr austreiben, wird er entfernt und im Rahmen des Ersatzpflanzungsprogramms ersetzt.»
Bewässerung werde laufend angepasst
Die Jungbäume im schlechten Zustand sollten jedoch eine Ausnahme sein. Jungbäume bis fünf Jahre werden laut Grün Stadt Zürich je nach Witterung bis zu dreimal pro Woche bewässert. Und zwar mit 50 bis 70 Litern Wasser pro Baum!
Die Bewässerung erfolge nach einem festgelegten Giesskonzept und wird laufend an die Witterung angepasst, sagt Tanja Huber.
«Während der aktuellen Trockenperiode giessen wir die Jungbäume bis zu dreimal pro Woche.» So könne das Wasser langsam versickern und von den jungen Feinwurzeln aufgenommen werden.
Die Mediensprecherin macht darauf aufmerksam, dass Bäume und andere Pflanzen bei der derzeit anhaltenden Trockenheit Trockenstress zeigen können. «Je nach Art reagieren sie mit welken oder vertrockneten Blättern oder werfen einen Teil ihres Laubs frühzeitig ab.»
Dadurch verringerten sie die Verdunstung und schützten sich vor weiterem Wasserverlust. Weitere Ursachen wie Standortbedingungen, Pilzerkrankungen oder Schädlinge könnten ebenfalls eine Rolle spielen.
Diese Pflanzen überlässt die Stadt dem Schicksal
Verdorrt sind auch einige Pflanzen in der Stadt. Eine Klette an der Hardstrasse sieht nur noch wie vertrocknetes Gestrüpp aus. Solche Pflanzen überlässt die Stadt sich selbst.

«Das Strassengrün unterhalb der Bäume wird grundsätzlich nicht bewässert», sagt Tanja Huber. Zudem werde es regelmässig gemäht. «Da die Vegetation im Strassenraum aus Gründen der Verkehrssicherheit eine bestimmte Höhe nicht überschreiten darf.»
Bäume können aufgrund der Trockenheit zur Gefahr werden. Mehrere Städte und Gemeinden warnen deshalb vor plötzlich abbrechenden Ästen oder herabfallenden Teilen der Baumkrone.














