Italienerin (80) wählt Freitod in Schweiz – Gerichtsfall
Eine 80-jährige Italienerin liess sich in der Schweiz in den Freitod begleiten. Zuvor versuchte sie in ihrer Heimat erfolglos, Sterbehilfe zu beanspruchen.

Das Wichtigste in Kürze
- «Das ist staatliche Gewalt», sagt ein Vertreter der Associazione Luca Coscioni.
- Die Sterbehilfeorganisation half der Italienerin, in der Schweiz Sterbehilfe zu bekommen.
- Am Donnerstag erstatteten die Helfer Selbstanzeige.
Die 80-jährige Lucia aus Triest (I) ist von ihren Schmerzen erlöst worden. Am Mittwoch schied die Italienerin in der Schweiz mit Freitodbegleitung aus dem Leben.
Sie litt an einer seltenen, schweren und unheilbaren neurodegenerativen Krankheit. Damit einher gingen motorische Einschränkungen, diffuse Schmerzen und Spasmen. Auch war sie vollständig von Pflegepersonal abhängig.
Zuvor versuchte sie erfolglos, in Italien Freitodbegleitung beanspruchen zu können.
Bewertung sei abgelehnt worden
Im August 2025 bat sie die Gesundheitsbehörde in der Region Friaul-Julisch Venetien um eine Bewertung ihres Gesundheitszustands. Daran erinnert die Sterbehilfeorganisation Associazione Coscioni.
Das erste Mal soll die Behörde die Bewertung abgelehnt, das zweite Mal unbeantwortet gelassen haben.
«Zum zweiten Mal verweigert die Region Friaul-Julisch Venetien einer Person, die einen klaren Anspruch darauf hatte, ohne leiden zu sterben.» Dies sagt Marco Cappato. Er ist Vertreter der Sterbehilfeorganisation Associazione Luca Coscioni.
«Für uns ist das staatliche Gewalt», sagt er laut der Nachrichtenagentur «Ansa».
«Verantwortlichkeit klären»
Am Donnerstag zeigten sich Marco Cappato und weitere Personen der Associazione Coscioni bei der Polizei in Triest selbst an. Sie hatten der sterbewilligen Triesterin geholfen, in der Schweiz Sterbehilfe zu bekommen.
«Wir haben uns angezeigt, weil wir die Staatsanwaltschaft in Triest auffordern, die Verantwortlichkeiten zu klären», so Cappato.














