Internetnutzer wegen Bedrohung einer Journalistin verurteilt

Keystone-SDA
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Delémont,

Wegen eines übergriffigen Kommentars im Internet wurde ein Nutzer verurteilt. Er erhält eine Busse und zwei Jahre Bewährung.

Verurteilung
In Genf wurde ein Urteil zu einem Holocaust-Leugner gefällt. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Wegen einer Bedrohung via Kommentar wurde ein Internetnutzer im Jura verurteilt.
  • Er hat im Kommentar eine Journalistin mit rechtem Gedankengut bedroht.
  • Nun muss er eine Busse bezahlen und erhält zwei Jahre Bewährung.

Die jurassische Staatsanwaltschaft hat einen Internetnutzer wegen Bedrohung einer Journalistin verurteilt. Er muss eine Geldstrafe von 30 Tagen mit einer Bewährungsfrist von zwei Jahren verbüssen. Der Berufsverband Impressum, der den Fall veröffentlicht hat, begrüsste das Urteil am Mittwoch.

Der Internetnutzer habe eine Journalistin aufgrund eines Artikels über die Covid-19-Pandemie mit dem Nazi-Journalisten und «Stürmer»-Herausgeber Julius Streicher verglichen. Streicher war 1946 an den Nürnberger Prozessen zum Tode verurteilt worden, teilte Impressum mit.

Urteil
Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Busse und zwei Jahren Bewährung. - AFP/Archiv

Das sei Tribunal damals zum Schluss gekommen, dass die publizistische Unterstützung von Kriegsverbrechen selber ein Verbrechen darstelle. Das soll der Verurteilte geschrieben haben.

Wegen Kommentar Anzeige erstattet

Die Journalistin fasste diesen Kommentar in den sozialen Medien gemäss Impressum als ernsthafte Bedrohung auf und erstattete Anzeige. Die jurassische Staatsanwaltschaft gab am 3. November ihr Urteil bekannt.

Das Gericht urteilte, dass die beanstandeten Äusserungen gemäss Strafgesetzbuch ernsthafte Drohungen seien. Er habe das Ziel gehabt, die Journalistin in Angst und Schrecken zu versetzen.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA zeigte sich die Journalistin Annick Chevillot erleichtert über das Urteil. Es sei wichtig, dass sich Journalisten beschweren, wenn sie bedroht oder beleidigt würden. Erfreut über das Urteil äusserte sich auch Dominique Diserens, Zentralsekretärin des Berufsverbands Impressum. Die zunehmende Aggression gegen Journalisten bereite dem Verband Sorgen, sagte sie.

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