Ins Bergdorf Brienz GR kehrt das Leben zurück
Am Montag wird im Bergdorf Brienz GR, das zur Gemeinde Albula gehört, die seit mehr als einem Jahr andauernde Evakuierung aufgehoben. Für Gemeindepräsident Daniel Albertin ist dies ein Moment der Erleichterung, der für einige Einwohner jedoch Fragen aufwirft.

Ende November 2025 hatten Geologen nach wochenlanger Sorge einen weiteren grossen Erdrutsch von der Hochebene über dem Dorf Brienz ausgeschlossen. Seitdem hat sich die Rutschgeschwindigkeit sowohl des Berges als auch des Dorfes immer mehr verlangsamt.
Seit Freitagmorgen konnten die Einwohnerinnen und Einwohner sowie die Besitzer von Zweitwohnungen in das Dorf zurückkehren und dort übernachten. Ab Montag wird das allgemeine Zugangsverbot aufgehoben. Dann dürfen auch Besucher das Dorf betreten.
«Wir wissen nicht, wie lange die grüne Phase dauern wird», erklärte der Gemeindepräsident von Albula GR, Daniel Albertin, gegenüber Keystone-SDA. «Möglicherweise dauert sie lange an. Aber wir haben auch gelernt, dass sich die Lage am Berg innerhalb weniger Monate verändern kann.»
Nachdem er die gute Nachricht verkündet hatte, sprach Albertin mit einigen Bewohnern des Dorfes. «Es gab alle möglichen Gefühlslagen», so der Gemeindepräsident. «Einige waren erleichtert und haben auf diesen Entscheid richtig gewartet. Andere hingegen wurden erneut von Unsicherheit überwältigt, weil sie nicht wissen, ob sie das Dorf verlassen oder zurückkehren sollen.» Wieder andere seien überzeugt, nicht nach Brienz zurückkehren zu wollen.
Trotz der positiven Entwicklung, die auch dank des Entwässerungsstollens erzielt wurde, muss laut Albertin weiter am Umsiedlungsprojekt gearbeitet werden. «Wir müssen uns Zeit nehmen, um die Zukunft der Einwohner von Brienz zu gestalten, sowohl für diejenigen, die bleiben wollen, als auch für diejenigen, die wegziehen möchten.»






