Infomaniak-Gründer überträgt Kontrolle an gemeinnützige Stiftung
Der Gründer des Schweizer Cloud-Anbieters Infomaniak überträgt die Kontrolle seines Unternehmens an eine gemeinnützige Stiftung.

Der Gründer des Schweizer Cloud-Anbieters Infomaniak hat die Kontrolle über das Unternehmen an eine neu gegründete gemeinnützige Stiftung übertragen. Dies berichtet die «Inside IT».
Boris Siegenthaler übertrug die Mehrheit der Stimmrechte im Mai 2026 an die Infomaniak Stiftung und schafft damit eine unwiderrufliche Eigentümerstruktur. Die Stiftung hält die Mehrheit der Stimmrechte über Spezialaktien, die dauerhaft unveräusserlich sind.
Damit soll ausgeschlossen werden, dass Infomaniak jemals verkauft oder von externen Investoren übernommen wird, wie das «Swiss IT Magazine» schreibt.
Stiftung als strukturelle Absicherung
Die Infomaniak Stiftung übernimmt laut Unternehmensangaben eine doppelte Funktion im Unternehmen. Sie fördert Projekte in den Bereichen digitale Souveränität, Bildung, ethische Digitalisierung sowie Umwelt und Energiewende.
Gleichzeitig fungiert sie als Referenzaktionärin und sichert die langfristige Unabhängigkeit der Unternehmensgruppe. Das «Presseportal» berichtet, dass damit der ethische Auftrag des Unternehmens strukturell abgesichert werden soll.
Der Stiftungsrat besteht aus vier ehrenamtlichen Mitgliedern mit wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Hintergrund. Dazu gehören Marc Maugué, Jonathan Normand, Claire Siegenthaler sowie der Gründer selbst als Vorsitzender der Anfangsphase.
Operative Führung bleibt unverändert
Die operative Leitung von Infomaniak bleibt trotz Eigentümerwechsel unverändert bestehen. Das Unternehmen wird weiterhin von CEO Marc Oehler, CFO Céline Morey und CSO Boris Siegenthaler geführt.
Die Stiftung greift nicht in operative, technische oder kommerzielle Entscheidungen ein. Sie ist ausschliesslich für die Sicherung der langfristigen Unabhängigkeit und der Unternehmensprinzipien verantwortlich.
Die Neuordnung erfolgt vor dem Hintergrund eines stark konsolidierten globalen Cloud-Marktes. Laut dem «Presseportal» wächst die Abhängigkeit europäischer Unternehmen von grossen US-amerikanischen Technologieanbietern.
Stiftungslösung als Antwort auf Cloud-Übernahmen
Zudem wurden in der Vergangenheit mehrere europäische Cloud-Anbieter von internationalen Konzernen übernommen. Dies habe zu einer Verlagerung unter fremde Rechtsordnungen geführt, die für Kunden relevant sein könne.
Infomaniak sieht seine Stiftungslösung als strukturelle Antwort auf diese Marktentwicklung. Die Konstruktion soll sicherstellen, dass strategische Entscheidungen dauerhaft unabhängig bleiben.

Infomaniak entstand 1994 aus einem Zusammenschluss von IT-Enthusiasten in der Schweiz. Heute beschäftigt das Unternehmen über 340 Mitarbeitende und erzielt einen Umsatz von rund 56 Millionen Schweizer Franken.











