Stadt Zürich

In wenigen Jahren: Jede zwanzigste Zürcher Wohnung leergekündigt

Nicola Wittwer
Nicola Wittwer

Zürich,

Leerkündigungen bereiten einem Grossteil der Zürcher Bevölkerung Sorgen. Zahlen zeigen nun, wie viele Wohnungen in den letzten Jahren betroffen waren.

Zürich
In der Stadt Zürich kommt es schweizweit zu den meisten Leerkündigungen. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwischen 2015 und 2024 wurde in Zürich jede zwanzigste Wohnung leergekündigt.
  • Hochgerechnet waren damit 22'000 Mieterinnen und Mieter betroffen.
  • Am 14. Juni stimmt der Kanton über die Wohnschutz-Initiative ab.

Leerkündigung, also wenn der Vermieter allen im Haus kündigt, ist gerade in und um Zürich kein Fremdwort. Tausende Menschen mussten in den letzten Jahren ihre Wohnung verlassen. Grund ist eine Totalsanierung oder gar der Abriss des Gebäudes.

Auf Anfrage des «Tages-Anzeigers» hat Statistik Stadt Zürich die genaue Anzahl Leerkündigungen ausgewertet. Das Resultat zeigt eine leicht steigende Tendenz.

Machst du dir Sorgen vor einer Leerkündigung?

So wurden in der Stadt Zürich zwischen 2015 und 2024, also innert zehn Jahren, 11'614 Wohnungen leergekündigt. Das entspricht ungefähr fünf Prozent des Bestands – betroffen war also jede zwanzigste Wohnung.

Die Zahl der dadurch betroffenen Mieterinnen und Mieter beläuft sich auf hochgerechnet 22'000.

Im Jahr 2024 kam es bei 1140 Wohnungen in 130 Gebäuden zu einer Leerkündigung. Ein Drittel der Gebäude wurde totalsaniert, zwei Drittel wurden abgerissen.

84 Prozent machen sich Sorgen

Der Kanton Zürich stimmt am 14. Juni nun über die Wohnschutz-Initiative ab. Diese will Mieterinnen und Mieter vor «unfairen Leerkündigungen» schützen und dazu beitragen, «preisgünstigen Wohnraum von älteren Menschen und Familien zu erhalten».

Dass das Thema Leerkündigungen Zürcherinnen und Zürcher beschäftigt, unterstreicht auch eine von Sotomo durchgeführte Umfrage im Auftrag des Mieterinnen- und Mieterverbands Schweiz.

Sie zeigt: 84 Prozent der Mieterinnen und Mieter im Kanton Zürich fürchten sich vor einer unfairen Leerkündigung.

Einwohnerinnen und Einwohner von Zürich verlassen nach einer Leerkündigung nicht selten die Stadt. Bis 2022 gab es diesbezüglich gemäss der Stadt Zürich aber keine Zunahme.

Betroffen waren im Schnitt vier Prozent der Wegzüger und drei Prozent der Umzüger von baulichen Veränderungen, also Leerkündigungen. Die jährlich rund 3000 Personen machen weniger als ein Prozent der Gesamtbevölkerung aus.

Zürich ist Leerkündigungs-Spitzenreiter

Dass es in der Stadt Zürich zu den schweizweit meisten Leerkündigungen kommt, zeigte eine Studie der Zürcher Kantonalbank vom November 2024.

Zwischen 2018 und 2022 entfielen 1270 der schweizweit insgesamt 10'900 angemieteten Mehrfamilienhäuser auf die Limmatstadt. Das ist ein Anteil von fast zwölf Prozent.

Nicht nur in der Stadt ein Problem

Doch auch ausserhalb der Stadt Zürich müssen in dem Kanton immer wieder Menschen wegen Leerkündigungen ihre Wohnungen räumen. So etwa in Wetzikon.

Letzten August zeigte sich eine Anwohnerin gegenüber Nau.ch besorgt, dass es an ihrem Wohnort so viele Leerkündigungen gibt. Denn: «Man bekommt ja kaum mehr eine neue Wohnung. Und ich mit AHV merke das extrem.»

Sie macht sich Sorgen für die Zukunft. «Alles wird teurer, aber der Lohn bleibt gleich.»

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Kommentare

User #5333 (nicht angemeldet)

Mein Ja im Juni steht felsenfest.

User #5333 (nicht angemeldet)

Wenn ihr die Zukunft von Zürich sehen wollt - geht nach Schwamendingen!

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