Immer mehr Krankheitsausfälle: Firmen finden kaum Versicherung

Laurin Zaugg
Laurin Zaugg

Bern,

Schweizer Arbeitnehmer melden sich immer häufiger krank. Vor allem kleinere Unternehmen haben deshalb Probleme, eine Krankentaggeldversicherung zu finden.

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Weil Schweizer Arbeitnehmer immer häufiger krank sind, steigen die Prämien für Krankentaggeldversicherungen. (Symbolbild) - pexels

Das Wichtigste in Kürze

  • Über acht Tage im Jahr sind Schweizer Arbeitnehmer krank, Tendenz steigend.
  • Weil Schweizer immer häufiger krank werden, steigen die Versicherungsprämien.
  • Kleine Unternehmen mit Mitarbeitern im höheren Alter kommen dadurch in Bedrängnis.

Psychische Erkrankungen, vorsichtigeres Verhalten seit Corona und ein steigendes Durchschnittsalter: All dies sind Gründe, warum sich Schweizer Arbeitnehmer immer häufiger krank melden.

Im Durchschnitt fehlen Schweizerinnen und Schweizer bei der Arbeit über acht Tage im Jahr. Dies, obwohl die Anzahl Unfälle gesunken ist.

Für kleine Unternehmen wird dies zunehmend zu einer Herausforderung.

Schweizer Arbeitgeber sind gesetzlich dazu verpflichtet, kranken Mitarbeitern bis zu 17 Wochen lang Lohnfortzahlung zu leisten. Um sich gegen hohe Kosten abzusichern, können Unternehmen eine Krankentaggeldversicherung abschliessen.

Auch Angestellte müssen mehr bezahlen

Besonders bei Firmen mit älteren Mitarbeitern und in Branchen mit hohen Gesundheitsrisiken, zum Beispiel der Baubranche, wird dies immer teurer. Allerdings nicht nur für die Arbeitgeber: Die Angestellten müssen in der Regel die Hälfte der Prämien zahlen.

Beatrix Bock, Direktionsmitglied bei der Firma Kessler und Co., sagt gegenüber SRF: «Kleinere Firmen mit vielen Krankheitsfällen müssten deutlich höhere Prämien bezahlen.»

Dies unter anderem, weil Versicherer in der Vergangenheit Verluste gemacht haben. «Die Versicherer haben in der Vergangenheit zum Teil Millionenverluste gemacht. Dazu sind sie heute nicht mehr bereit», erklärt Bock.

Warum sind wir häufiger krank?

Aus einer Studie des Zürcher Amt für Wirtschaft gehen drei Hauptgründe hervor, warum Schweizerinnen und Schweizer häufiger krank sind.

Zum einen sei die Zahl der psychischen Krankheiten in den letzten zehn Jahren um rund 60 Prozent gestiegen. Mögliche Gründe dafür sind Druck am Arbeitsplatz und der offenere Umgang damit als noch vor zehn Jahren.

Auch die Corona-Pandemie hat wohl einen Einfluss. Kranke scheinen seit der Pandemie vermehrt zu Hause zu bleiben, um Ansteckungen zu vermeiden.

Corona
Seit der Corona Pandemie bleiben Schweizer häufiger zu Hause, um Ansteckungen zu vermeiden. (Symbolbild) - keystone

Als dritten Grund erwähnt die Studie das Durchschnittsalter von Angestellten. Dieses steigt kontinuierlich. Ältere Menschen seien zwar seltener krank, dafür häufig länger als jüngere, was zu mehr Krankheitstagen führt.

Brauchts eine obligatorische Krankentaggeldversicherung?

Vor drei Jahren hat sich der Nationalrat grundsätzlich für ein Obligatorium einer Krankentaggeldversicherung ausgesprochen. Der Entscheid im Ständerat steht noch aus.

Bist du oft krank?

Es gibt jedoch Widerstand gegen den Vorschlag, insbesondere vom Gewerbeverband und vom Arbeitgeberverband. Sie wollen zusätzliche Kosten vermeiden und die Vertragsfreiheit der Unternehmen schützen.

Kommentare

User #5878 (nicht angemeldet)

Analog der SUVA sollte es nur eine KK geben, und die ganze Krankenkassen Lobby sollte verboten werden. Das Sprichwort heisst: Säu Deckeli, säu Häfeli, oder eine Hand wäscht die andere!

User #1634 (nicht angemeldet)

Seit Corönchen kann man blau machen, wann immer man will. 8 Tage im Jahr ist IM SCHNITT jeder krank. Das sollte zu denken geben. Das 1.5 Wochen mehr Ferien.

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