Immer mehr Besucher: Oltner Kino wächst – trotz Krise in Branche
Während die Schweizer Kinos insgesamt Besuchende verloren, verzeichnete das Oltner Arthouse-Kino «Lichtspiel» ein deutliches Wachstum.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Während die Schweizer Kinobranche im Jahr 2025 einen historischen Tiefstand bei den Eintritten verzeichnete, konnte der Verein Kino Lichtspiele seine Position weiter ausbauen.
An der Vereinsversammlung präsentierte der Vorstand ein Jahresergebnis, das in mehrfacher Hinsicht Anlass zur Freude gibt.
Nach der Rückkehr an den Klosterplatz ins umfassend renovierte historische Lichtspiel-Kino entwickelte sich der Betrieb erfreulich. Die kleinere Spielstätte bietet zwar weniger Sitzplätze als das während der Umbauzeit genutzte Kino Capitol, schafft dafür aber eine persönliche Atmosphäre, die vom Publikum geschätzt wird.
Bei mehreren Filmen waren die Vorstellungen sogar ausverkauft.
Mit insgesamt 255 Vorführungen bot der Verein erneut ein vielfältiges Programm mit aktuellen Arthouse-Filmen und Dokumentationen aus aller Welt.
Besonderen Anklang fanden Veranstaltungen mit Filmschaffenden und Publikumsgesprächen. Zu Gast waren unter anderem die Regisseurinnen und Regisseure Susanna Fanzun, Oriane Burri, Eleonora Camizzi und Christian Frei.
Auch Kooperationen mit regionalen Kulturschaffenden und Vereinen bereicherten das Angebot. Insgesamt wurden 3482 Eintritte verkauft. Zu den Publikumslieblingen gehörten «Le Chant des Forêts», «Hallo Betty» sowie «Father Mother Sister Brother».
Erwartungen übertroffen
Auch finanziell schliesst der Verein das Geschäftsjahr erfolgreich ab. Mit einem Gesamtertrag von 105'612 Franken und einem Gewinn von 10'022 Franken übertrafen sämtliche Einnahmen die budgetierten Erwartungen. Der Filmumsatz lag mit 53'846 Franken rund 15 Prozent über Budget.
Erfreulich entwickelte sich zudem die Mitgliederzahl. Trotz einer Erhöhung des Mitgliederbeitrags wuchs der Verein von 426 auf 447 Mitglieder. «Die Mitgliedschaften sind für das Fortbestehen unseres kulturellen Angebots von zentraler Bedeutung», hielt der Vorstand fest.
Getragen wird der Betrieb weiterhin von grossem freiwilligem Engagement. 26 Helferinnen und Helfer leisteten im vergangenen Jahr insgesamt 330 Einsätze. Ihnen sprach die Versammlung einen besonderen Dank aus.

Einen wichtigen Schwerpunkt setzte der Vorstand mit der Erarbeitung einer Strategie für die Jahre 2026 bis 2030. Darin bekennt sich der Verein klar zu seiner Rolle als kulturelle Gemeinschaft.
Im Mittelpunkt stehen die Förderung von Filmkunst, das gemeinsame Kinoerlebnis und die Offenheit gegenüber gesellschaftlicher Vielfalt. Neben dem treuen Stammpublikum sollen künftig auch jüngere Menschen, Studierende, Neuzuzügerinnen und Neuzuzüger sowie weitere filmaffine Kreise angesprochen werden.
Mit mehreren Filmabenden und Gästen vor der Sommerpause blickt der Verein optimistisch auf die kommende Saison und will seinen erfolgreichen Weg als wichtiger kultureller Treffpunkt der Region fortsetzen.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in der «Neuen Oltner Zeitung» erschienen.












