Imam der Winterthurer An'Nur-Moschee vor Zürcher Obergericht

Keystone-SDA Regional
Keystone-SDA Regional

Zürich,

Ein Imam der Winterthurer Moschee An`Nur in Zürich steht wegen dem Aufruf zur Gewalt vor Gericht.

Suret
Ein Polizeiauto. - Polizei

Der junge Imam, der in der An'Nur-Moschee in Winterthur zur Gewalt an «schlechten Muslimen» aufgerufen hat, steht heute Freitag vor dem Zürcher Obergericht. Das Bezirksgericht verurteilte ihn vor einem Jahr zu einer bedingten Freiheitsstrafe und einem Landesverweis.

In der mittlerweile geschlossenen An'Nur-Moschee rief der 26-jährige Äthiopier im Oktober 2016 dazu auf, Muslime, die nicht in Gemeinschaft beten, zu meiden, zu verleumden und in ihren Häusern zu verbrennen. Bestraft werden sollten auch jene, die nicht fünf Mal am Tag beten, sondern Gebete «zusammenlegen».

Vor dem Bezirksgericht hatte der Anwalt des Vorbeters argumentiert, sein Mandant habe keinerlei vertiefte Koran-Kenntnisse. Die Predigt habe er mit Textbausteinen aus dem Internet zusammengestellt. Dass der junge Mann, ein «ahnungsloser Asylbewerber», ins Visier der Ermittler geriet, begründete der Anwalt mit dem öffentlichen Druck.

Das Gericht folgte jedoch weitgehend den Anträgen der Staatsanwaltschaft und bestrafte ihn mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten sowie 10 Jahren Landesverweis. Die Anklage hätte ihn lieber für weitere fünf Jahre, also insgesamt 15 Jahre, weg gewiesen.

Diese Predigt war Auslöser für die Moschee-Razzia und schliesslich für den grossen An'Nur-Prozess vom Oktober. Dabei standen zehn Männer vor dem Bezirksgericht Winterthur, weil sie in der Moschee auf zwei Gläubige losgingen, sie bespuckten und verprügelten.

Die Angreifer waren überzeugt, dass die Opfer Aufnahmen dieser Predigt einem Journalisten weitergegeben hatten. Acht der zehn Beschuldigten wurden zu bedingten Freiheitsstrafen oder Geldstrafen verurteilt. Zwei von ihnen erhielten zudem einen Landesverweis.

Nächster Extremisten-Prozess am Montag

Bereits Anfang Dezember steht der nächste Extremisten-Prozess an: Vor dem Bezirksgericht Winterthur müssen sich am kommenden Montag mehrere Minderjährige wegen Unterstützung der Terrororganisation IS verantworten. Was den Jugendlichen genau vorgeworfen wird, gibt das Gericht erst beim Prozess bekannt.

Kommentare

Weiterlesen

sdf
334 Interaktionen
Über ein Jahr
Egerkinger Komitee
716 Interaktionen
Aufruf zu Hass?

MEHR AUS STADT ZüRICH

2 Interaktionen
Zürich
Isabel Garcia
Zürcher Kontroverse
Unfall Hardbrücke
Person verletzt
3 Interaktionen
Zürich