Im Berner Oberland: Coop schreibt Eierregal auf Chinesisch an
Der Detailhändler Coop setzt auf eine mehrsprachige Beschriftung. Bei einer Nau.ch-Leserin sorgt das für Verwunderung: «Chinesisch am Schweizer Regal?»

Das Wichtigste in Kürze
- In der Coop-Filiale in Adelboden BE werden Eier in chinesischer Sprache beschriftet.
- Der Detailhändler bestätigt, dass er in touristischen Regionen auf Mehrsprachigkeit setzt.
- Bei der Migros und Volg sind solche Beschriftungen hingegen kein Thema.
Leserin Yvonne K.* (41) ist regelmässig in Adelboden.
Und staunt im Coop nicht schlecht: «Chinesisch am Schweizer Regal? Das war mir neu», sagt sie. «Ich dachte erst, da hätte sich jemand einen Scherz erlaubt.»
In der Coop-Filiale stechen sie sofort ins Auge: Eier – ob gekocht oder ungekocht – sind nicht nur auf Deutsch angeschrieben.
Auch englische und eben sogar chinesische Bezeichnungen finden sich auf den kleinen weissen Zetteln an den Regalen. Ein Novum in den Schweizer Coop-Filialen?
Zweitheimischer: «Finde ich etwas seltsam»
Ähnlich verwundert zeigt sich auch ein Nau.ch-Leser, der in Adelboden ein Chalet besitzt und als «Zweitheimischer» gilt. «Das ist mir gar nicht aufgefallen», sagt er gegenüber Nau.ch.
In Interlaken könne er mehrsprachige Hinweise nachvollziehen. «Da gibt es ja auch viele Japaner und Asiaten», erklärt er.
In Adelboden sei die Situation aus seiner Sicht jedoch eine andere. «Ich empfinde es so, dass es hier eher weniger chinesische Touristen hat», sagt er. «Deshalb finde ich das etwas seltsam.»
Ergänzende Informationen in touristischen Regionen
Auf Anfrage von Nau.ch klärt der Detailhändler auf: «In ausgewählten Coop-Verkaufsstellen in touristischen Regionen werden ergänzend Informationen in Fremdsprachen eingesetzt.»
Es handle sich dabei nicht um eine landesweite Einführung. «Insbesondere in touristischen Regionen dürfen wir täglich zahlreiche Kunden aus dem Ausland begrüssen», sagt Mediensprecher Ronny Aeschbacher.
Das treffe unter anderem auf Orte wie Interlaken, Lauterbrunnen, Wengen, Zermatt – und eben Adelboden – zu. «Der Einsatz mehrsprachiger Beschriftungen wird jeweils situativ und standortbezogen geprüft», so Aeschbacher weiter.
Auch praktische Informationen auf Chinesisch
Bei den fremdsprachigen Hinweisen, die auf Anregung der Mitarbeitenden im Verkauf erstellt werden, gehe es jedoch nicht nur um Produktbeschreibungen. «Sondern auch um praktische Informationen, zum Beispiel zum Wägen von Früchten und Gemüse», erklärt Aeschbacher.
Der Hinweis auf den Unterschied zwischen rohen und gekochten Eiern habe sich dabei als besonders hilfreich erwiesen. «Denn dieser Unterschied ist dem Produkt von aussen nicht anzusehen.»
Wie lösen es andere Detailhändler?
Bei anderen Detailhändlern sind Beschriftungen auf Chinesisch bislang kein Thema. Und auch nicht geplant.
Bei der Migros setze man derzeit auf die Landessprachen, sagt Prisca Huguenin-dit-Lenoir, Leiterin der Medienstelle, auf Anfrage von Nau.ch.
«In bestimmten Regionen, wie beispielsweise Samedan, berücksichtigen wir lokale Gegebenheiten und bieten doppelte Regalbeschriftungen etwa in Rätoromanisch und Deutsch an.»
Huguenin-dit-Lenoir weiter: «Fremdsprachige Regalbeschriftungen, wie beispielsweise in Chinesisch, sind aktuell nicht vorgesehen, da die Nachfrage in unseren Filialen gering ist.» Man beobachte die Entwicklungen aber aufmerksam.
Auch bei Volg wurden bislang keine entsprechenden Wünsche aus der Kundschaft geäussert.
«Die Beschriftung in unseren Volg-Läden in der Deutsch- und Westschweiz erfolgt in der jeweiligen Landessprache». Das sagt Tamara Scheibli, Leiterin Kommunikation, auf Anfrage. Also auf Deutsch oder Französisch.




















