Illegale Party in Zürich: Waren FCZ-Chaoten dabei?
Nach der Zürcher Krawallnacht meldet die Polizei auf FCZ-Sprayereien. Verhaftet wurde niemand, allein an Polizeiautos entstand Schaden von über 100'000 Franken.

Das Wichtigste in Kürze
- Randalierer griffen in Zürich die Polizei bei der Auflösung einer illegalen Party an.
- Die Stapo fand FCZ-lastige Sprayereien, bestätigt aber keine FCZ-Beteiligung.
- Bei den Krawallen gab es keine Festnahmen, ein Polizist wurde verletzt.
Nach der Krawallnacht am Hardplatz in Zürich bleibt die Frage, wie eine illegale Party derart eskalieren konnte. Die Stadtpolizei hat sich am Montagabend in der SRF-Sendung «Schweiz aktuell» dazu geäussert.
Judith Hödl, Leiterin Kommunikation der Stadtpolizei Zürich, schildert den Einsatz so: «Als unsere Patrouillen vor Ort gewesen sind und eine Abmahnung gemacht haben, dass die Personen das Gelände verlassen sollten, sind sie sofort und massivst angegriffen worden.»
Die Angreifer hätten mit Feuerwerksbatterien, Pflastersteinen und Flaschen geworfen. Zuerst sei es deshalb um den Eigenschutz gegangen. «Es war wirklich ein gefährlicher Einsatz», so Hödl. Gegen 3 Uhr morgens habe die Polizei die Lage aber unter Kontrolle gebracht gehabt.
Waren FCZ-Chaoten an der Krawallnacht beteiligt?
Der Tumult dauerte demnach von etwa 23 Uhr bis 3 Uhr morgens. Schauplatz war das Gebiet zwischen Hardplatz und Albisriederplatz, in der Nähe des Letzigrunds. Dort hatte am frühen Samstagabend der FC Zürich gegen den FC Thun gespielt.
Hat das Spiel etwas mit den Ausschreitungen zu tun? Hödl sagt: «Was wir bestätigen können und festgestellt haben, ist, dass es diverse, neue FCZ-lastige Sprayereien in dieser Gegend gegeben hat – aber auch Sprayereien mit politischem Inhalt.»
Zudem sei nicht auszuschliessen, dass sich vom Spiel auch Leute in der Gegend aufgehalten hätten. Dass FCZ-Anhänger an den Angriffen beteiligt waren, hat die Polizei im Beitrag aber nicht bestätigt.
Es gab keine Festnahmen
Die Bilanz aus der Krawallnacht fällt ernüchternd aus. Ein Polizist wurde an der Hand verletzt – allein an den Polizeiautos entstand ein Schaden von über 100'000 Franken.
Wie Nau.ch berichtete, setzte die Polizei Wasserwerfer, Reizstoff und Gummischrot ein, rund zwei Dutzend Container brannten. Die Stapo geht davon aus, dass der Mob von über 100 Personen das Feuerwerk schon vorher gebunkert hatte.
Festgenommen wurde niemand. Sichergestellt hat die Polizei nur eine Musikanlage. Warum gab es keine Festnahmen? «In dem Moment sind die Angriffe derart massiv gewesen, dass es in erster Linie um den Eigenschutz ging und darum, die ganze Situation bereinigen zu können», erklärt Polizeisprecherin Hödl.
Für qualifizierte Verhaftungen hätte es nochmals ein grosses Aufgebot gebraucht. «Wir können nicht einfach auf den Knopf drücken und Hundertschaften stehen da.»
Sicherheitsvorsteherin: «Diese Gewaltbereitschaft ist schockierend»
Die Zürcher Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart (Grüne) verurteilt die Gewalt vom Wochenende «aufs Schärfste». «Man hat hier bewusst in Kauf genommen, dass man schwerstverletzte Polizistinnen und Polizisten hat – das finde ich schockierend und auch diese Gewaltbereitschaft», sagt sie.

Auf die Frage, ob die Stadtpolizei zu wenig Personal hat, verweist Rykart auf ihre Budgetanträge: «Ich beantrage jedes Jahr, dass wir 17 zusätzliche Frontstellen bekommen. Bis jetzt hat der Gemeinderat jeweils die Hälfte bewilligt.»
Rykart will den Antrag auch dieses Jahr stellen. «Ich glaube, es zeigt sich, dass wir diese Leute brauchen.» Die Polizei wertet derweil das Videomaterial aus. Sie hofft so, doch noch Randalierer identifizieren und festnehmen zu können.
















