Zug

    Hochhaus schafft neuen Raum für Wohnen und Pflege

    Uwe Guntern
    Uwe Guntern

    Region Zug,

    Das Hochhaus H21 beim Pflegezentrum Baar und Zuger Kantonsspital erhält ein neues Gesicht. Das Gebäude bietet künftig Wohnraum, Arbeitsplätze und mehr.

    Hochhaus schafft neuen Raum für Wohnen, Pflege und Betreuung
    Das umfassend erneuerte Hochhaus vereint zeitgemässen Wohnraum, Arbeitsplätze sowie die gesundheitsbezogene Nutzung unter einem Dach. - zVg

    Nach mehreren Jahrzehnten ist das Hochhaus H21 beim Pflegezentrum Baar und Zuger Kantonsspital umfassend erneuert. Die Totalsanierung ist termingerecht abgeschlossen, am 1. Oktober begann offiziell der Bezug. Ein grosser Teil der Flächen ist bereits vermietet.

    Das in den 1970er-Jahren erstellte Gebäude wurde technisch auf den neuesten Stand gebracht und an heutige Wohnbedürfnisse angepasst. Gleichzeitig kehrt das H21 stärker zu seinen ursprünglichen Wurzeln zurück: Gesundheit, Pflege und Betreuung bilden künftig einen Schwerpunkt.

    Wo früher vor allem Wohnraum im Vordergrund stand, entsteht damit ein vielfältig genutztes Haus. Das H21 vereint zeitgemässe Wohnungen und Zimmer, Arbeitsplätze sowie gesundheitsbezogene Angebote unter einem Dach. Die bereits hohe Nachfrage unterstreicht die Bedeutung dieser Neuausrichtung.

    Viele Nutzungen, ein gemeinsames Haus

    Das sanierte H21 knüpft bewusst an seine ursprüngliche Bestimmung an. Im Zentrum stehen Angebote aus den Bereichen Gesundheit, Pflege und Betreuung. Mit dem Gebäude wird auf den wachsenden Bedarf an entsprechender Infrastruktur und auf die demografische Entwicklung in Baar reagiert.

    pflegeheim
    Im Zentrum stehen Angebote aus den Bereichen Gesundheit, Pflege und Betreuung. (Symbolbild) - keystone

    Rund 140 Personen finden im H21 künftig Wohnraum. Das Pflegezentrum Baar vermietet 80 möblierte Zimmer, zwei Studios und drei 2-Zimmerwohnungen. Vorrang haben Mitarbeitende des Pflegezentrums und des Zuger Kantonsspitals.

    Sind Kapazitäten frei, gelangen einzelne Einheiten auch auf den regulären Wohnungsmarkt. Weitere 24 Zimmer nutzt das Zuger Kantonsspital für seine Mitarbeitenden. Dazu kommen 21 Alterswohnungen mit Service, die über die Informations- und Anlaufstelle «falter» der Gemeinde Baar vermittelt werden.

    Auch für Menschen mit Beeinträchtigungen stehen Wohnungen bereit: Die Stiftung zuwebe nutzt drei 2-Zimmerwohnungen. Zehn weitere Zimmer stellt die Gemeinde Baar für Betreutes Wohnen zur Verfügung. Nicht nur gewohnt, sondern auch gearbeitet wird im H21.

    Das Zuger Kantonsspital belegt dreieinhalb Stockwerke mit Büroräumen für rund 100 Mitarbeitende. Einen besonderen Ausblick bietet zudem die Dachterrasse: Teile davon stehen den Mieterinnen und Mietern als gemeinschaftlich nutzbare Fläche offen.

    Klare Strukturen für das Zusammenleben

    Damit die unterschiedlichen Nutzergruppen gut unter einem Dach zusammenleben können, sind die Wohnangebote räumlich voneinander getrennt. Wohnungen und möblierte Zimmer befinden sich in unterschiedlichen Gebäudeflügeln.

    Hausordnung und Mietbedingungen schaffen zusätzliche Leitplanken für das Zusammenleben und tragen insbesondere dem Schutz vulnerabler Bewohnerinnen und Bewohner Rechnung. Die verschiedenen Nutzergruppen werden zudem durch ihre jeweiligen Fachstellen und Organisationen begleitet.

    Für die Vergabe der Alterswohnungen mit Service ist «falter» zuständig. Die Ende 2023 eingerichtete Fachstelle der Gemeinde Baar berät ältere Menschen bei sozialen, finanziellen und gesundheitlichen Fragen. Sie unterstützt zudem bei der Vermittlung von Dienstleistungen und bei Anträgen.

    Wohnraum mit einem klaren Auftrag

    Bei der Vermietung haben die gesundheitsbezogenen Nutzungen Vorrang. Möblierte Zimmer und Apartments werden deshalb in erster Linie an Mitarbeitende des Pflegezentrums Baar, des Zuger Kantonsspitals und weiterer beteiligter Institutionen vergeben.

    Für die Alterswohnungen gelten die Bestimmungen des kantonalen Wohnraumförderungsgesetzes. Auch die frühere Mieterschaft wurde bei der Neuvergabe berücksichtigt. Vor der Totalsanierung musste ein grosser Teil der damaligen Bewohnerinnen und Bewohner das Gebäude verlassen.

    Airbnb
    Bei der Vermietung haben die gesundheitsbezogenen Nutzungen Vorrang. (Symbolbild) - keystone

    In 40 Fällen gelang es jedoch, durch Rochaden innerhalb des H21 einen Verbleib im Haus zu ermöglichen. Ehemalige Mieterinnen und Mieter wurden zudem, sofern sie Interesse hatten und es die Belegung erlaubte, bei der Neuvermietung bevorzugt berücksichtigt.

    Der Zahn der Zeit hatte am H21 deutliche Spuren hinterlassen. Seit der Errichtung in den 1970er-Jahren war das Hochhaus – abgesehen von laufenden Unterhalts- und Instandsetzungsarbeiten – nicht grundlegend saniert worden.

    Bautechnische Anlagen, Haustechnik und Gebäudehülle hatten das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Im Rahmen der Totalsanierung wurden sie umfassend erneuert. Gleichzeitig erhielten die Innenräume ein zeitgemässes Gesicht.

    Findest du die Neugestaltung des Hochhauses H21 sinnvoll?

    Alle Zimmer verfügen heute über ein eigenes Bad mit Dusche und WC. Die Apartments sind zusätzlich mit einer Küche ausgestattet. Auch die Grundrisse wurden angepasst.

    Die stärkere Ausrichtung auf Gesundheit, Pflege und Betreuung verändert dabei das Gesicht des Hauses: Der Wohnanteil fällt gegenüber früher um rund ein Drittel kleiner aus. Dafür erhält das H21 eine klarere Funktion – als Ort, an dem Wohnen, Arbeiten und gesundheitsbezogene Angebote künftig enger zusammenspielen.

    Hinweis

    Dieser Artikel ist zuerst in der «Zuger Woche» erschienen.

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