Hilfswerke haben bei 32 Schweizer Firmen die Verletzung von Menschenrechten oder Umweltstandards festgestellt. Die Dunkelziffer soll deutlich höher sein.
Fastenopfer
Die Embleme von Fastenopfer und Brot für alle werden an eine Kirche projiziert. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Hilfswerke weisen auf eine Regelmässigkeit bei der Verletzung von Menschenrechten hin.
  • Bei Schweizer Unternehmen sind 64 Fälle innerhalb von sechs Jahren festgestellt worden.

Fast einmal pro Monat ist gemäss einer Analyse von Hilfswerken ein Schweizer Konzern im Ausland in die Verletzung von Menschenrechten oder Umweltstandards verwickelt. Brot für alle und Fastenopfer haben laut eigenen Angaben in den letzten sechs Jahren mindestens 64 Vorfälle festgestellt.

Die Fälle gehen auf das Konto von 32 Firmen aus 14 Branchen, wie Brot für alle und Fastenopfer heute Donnerstag mitteilten. Rohstoffkonzerne verursachten mit Abstand am meisten Probleme: 19 Fälle würden aus dieser Branche stammen, elf davon habe allein der Zuger Konzern Glencore verursacht.

Auf dem zweiten Rang folgten mit je sieben Fällen Banken und die Nahrungsmittelindustrie. In Bezug auf die Art der Vorfälle lägen die Umweltverschmutzungen mit 21 Prozent auf dem Spitzenplatz, gefolgt von den Bereichern Arbeitsrechte und Arbeitssicherheit.

Hohe Dunkelziffer

Die Dunkelziffer dürfte nach Einschätzung der Hilfswerke hoch sein, denn viele Missstände würden nicht umfassend dokumentiert und gelangten auch nicht an die breite Öffentlichkeit.

Auffallend sei, dass bloss fünf Unternehmen für exakt die Hälfe aller Fälle verantwortlich seien: Es sind dies laut Brot für alle und Fastenopfer Glencore, Nestlé, LafargeHolcim, Syngenta und Credit Suisse.

Anscheinend könnten die freiwilligen Vorkehrungen, auf die sich diese grossen Konzerne stets beriefen, die Verwicklung in Menschenrechts- und Umweltprobleme nicht verhindern, heisst es weiter. Dies unterstreiche die Bedeutung und die Dringlichkeit der Konzernverantwortungsinitiative. Sie verlangt von international tätigen Konzernen, ihre Menschenrechts- und Umweltrisiken regelmässig zu prüfen und präventiv Massnahmen zu ergreifen, um Verstösse zu verhindern.

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