Stadt Zürich

    Gymi-Prüfung: Schüler mit ADHS erhalten mehr Zeit

    Gelöschtes Konto
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    Zürich,

    Ein Nachteilsausgleich für beeinträchtigte Kinder sorgt für Diskussionen um Fairness bei Aufnahmeprüfungen für Zürcher Gymnasien.

    Aufnahmeprüfung fürs Gymi
    Karin Niedermann berät Betroffene sowie deren Angehörige während und nach der obligatorischen Schulzeit. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Tausende Kinder nahmen in Zürich an der Aufnahmeprüfung für das Gymnasium teil.
    • Prüflinge mit einer Lernschwäche können dabei einen Nachteilsausgleich beantragen.

    Anfang Woche stand die Zürcher Gymiprüfung an und Tausende Schülerinnen und Schüler versuchten ihr Glück – doch nicht alle unter gleichen Bedingungen. Denn Kinder mit Beeinträchtigungen erhalten einen Nachteilsausgleich.

    Prüflinge mit einer Sehstörung können die Aufgaben in grösserer Schrift und auf A3-Papier bekommen, berichtet die «NZZ».

    Mehr Zeit

    Bei ADHS oder Autismus gibt es zehn Minuten mehr Zeit pro Teilprüfung.

    Gleiches gilt für Dyslexie und Dyskalkulie. Da haben Kinder eine Lese- und Rechtschreibschwäche oder eine Beeinträchtigung des arithmetischen Denkens.

    Spezialzimmer für Ruhe und Konzentration

    Die Betroffenen schreiben die Aufnahmeprüfung oft in einem Spezialzimmer. Dort sollen sie sich besser konzentrieren können.

    Doch was, wenn Ruhebedürftige auf Zappelphilippe treffen? Es muss irgendwie gehen, schreibt die «NZZ». Auch in diesem Zimmer ist stets eine Aufsichtsperson anwesend.

    Orthografiefehler zählen nicht

    Die Lernziele bleiben für alle gleich – zumindest theoretisch. In der Praxis gibt es jedoch weitere Ausnahmen.

    Bei Prüflingen mit einer Rechtschreibstörung zählen Orthografiefehler im Aufsatz nicht. Das wirft Fragen auf: Ist das noch fair?

    Die SVP wollte den Nachteilsausgleich einst abschaffen. Sie befürchtete, ungeeignete Schülerinnen und Schüler könnten so ans Gymnasium kommen.

    Die Regierung sah das anders. Und heute hat sich auch die Haltung der SVP geändert. SVP-Kantonsrat Rochus Burtscher sagt in der «NZZ»: «Ich finde es gut, dass beeinträchtigte Schüler die Aufnahmeprüfung machen und ins Gymnasium gehen können.»

    Findest du die Bedingungen für die Prüflinge fair?

    Wie viele den Nachteilsausgleich nutzen, ist unklar. An den Gymnasien selbst machen nur wenige einen Nachteil geltend. Je nach Schule sind es zwischen 0,65 und 3,9 Prozent der Schülerinnen und Schüler.

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    Kommentare

    User #4251 (nicht angemeldet)

    Spätestens im Berufsleben muss die Leistung auf den Boden gebracht werden - dann ist fertig mit Bonus-Verteilen.

    User #630 (nicht angemeldet)

    Tolle Sache! Einer meiner Söhne hat ADHS. In der Schule blockiert er ständig bei Prüfungen. Am Anfang gab es dafür ungenügende Noten. Seit das ADHS diagnostiziert wurde, darf er die Prüfungen alleine während der Pause schreiben und siehe da, es wimmelt nur noch von Top-Noten. ADHS ist keine Krankheit, hat nichts mit Intelligenz zu tun und wird das Leben in der Berufswelt nicht beeinträchtigen. Bekannte Persönlichkeiten wie Albert Einstein, Churchill, Marilyn Monroe, aber auch Will Smith, Michael Jordan oder Serena Williams haben oder hatten ADHS.

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