Der Kanton Jura, Geo-Energie Suisse (GES) und Geo-Energie Jura haben eine Vereinbarung über das Geothermie-Projekt Haut-Sorne unterzeichnet. Die Sicherheit für der Bevölkerung soll beim Pilotprojekt an erster Stelle stehen.
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Geothermie ist in der Erde gespeicherte Wärme. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Den Bedenken der lokalen Bevölkerung sowie der ansässigen Unternehmen werde Rechnung getragen, hiess es an einer Medienkonferenz von Geo-Energie Suisse/Jura und Kantonsvertretern am Montag.

Man habe sich bei allen Punkten einigen können. Die Vereinbarung, die an der Medienkonferenz vorgestellt wurde, regelt die zusätzlichen Sicherheitsauflagen der Kantonsregierung sowie die Begleitung des Projekts durch eine unabhängige Expertengruppe.

Der jurassische Umweltminister David Eray sagte vor den Medien, die Regierung sei zufrieden, dass sie zusätzliche Garantien erhalten habe. Der Kanton könne mit einem solchen Projekt nur gewinnen, auch im Bezug auf die Klimakrise.

Er räumte ein, dass das Projekt Befürchtungen wegen möglicher seismischer Erschütterungen hervorgerufen habe. Es sei aber alles getan worden, um die Umwelt und die Bevölkerung nicht zu gefährden. Zu den neuen Garantien gehöre die verstärkte seismische Überwachung während der gesamten Projektlaufzeit.

Die Vereinbarung sehe auch die Einführung eines Protokolls zur Überwachung der Gebäude vor. Damit soll die Beweisführung für die Beurteilung möglicher Schäden im Zusammenhang mit den Bauarbeiten erleichtert werden.

Im Pilotprojekt in Haute-Sorne soll mit Hilfe von stimulierten geothermischen Systemen, erneuerbare und CO2 neutrale Erdwärme zur Produktion von Strom- und Wärme genutzt werden. Die geophysikalische Messkampagne, die während der Explorationsbohrung zum Einsatz komme werde, biete in der ersten Phase ein zusätzliches Sicherheitsnetz.

Damit könne die Beschaffenheit des Untergrundes bis in die Endtiefe von vier bis fünf Kilometern ausgelotet werden. Dies bringe zudem erdwissenschaftliche Erkenntnisse zum Jurabogen zwischen Genf und Basel.

Das Hauptziel der Erkundungsbohrung und der Stimulationstests sei, das seismische Risiko, also von Erdbeben, sorgfältig zu evaluieren. Entscheide über eine allfällige zweite Bohrung würden jeweils erst nach der sorgfältigen Analyse der Messdaten gefällt.

Eine Informations- und Begleitkommission, die vom Kanton voraussichtlich bis im Herbst konstituiert werde, soll die Bevölkerung über die verschiedenen Projektetappen aufklären. Ebenfalls bis im Herbst dieses Jahres werde der Bund ein zusätzliches Patronatskomitee mit Vertretern von Bund und Kanton ins Leben rufen.

Der zustimmende Grundsatzentscheid für das Projekt fiel bereits im Januar, doch sollten die Sicherheitsauflagen verstärkt und die Bevölkerung besser informiert werden, hiess es damals. Ein Rekurs gegen das Bauprojekt war 2018 letztinstanzlich vom Bundesgericht abgewiesen worden.

Das geothermische Kraftwerk wird laut Mitteilung mit einer Leistung von bis zu fünf Megawatt dereinst sauberen Strom und erneuerbare, CO2-freie Wärme für die Region produzieren. Da die Technologie von Geo-Energie Suisse nicht nur im tiefen Kristallin sondern auch in Sedimentgesteinen zur Anwendung kommen könne, lasse sie sich fast überall in der Schweiz einsetzen.

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