Gericht

    Grimseltunnel: Gericht gewährt Beschwerde aufschiebende Wirkung

    Das Bundesverwaltungsgericht stoppt den Zuschlag für den Grimseltunnel vorerst – die Vergabe muss geprüft werden.

    Grimseltunnel
    Das Projekt Grimseltunnel wird verschoben. - Keystone

    Die Vergabe des Bauauftrags für den Grimseltunnel zwischen Meiringen BE und Oberwald VS verzögert sich. Das Bundesverwaltungsgericht hat einer Beschwerde gegen den Zuschlag an eine Firmenallianz die aufschiebende Wirkung gewährt. Damit ist der Baustart für das Grossprojekt vorerst blockiert.

    Vergeberin des Auftrags ist die Grimselbahn AG. Sie gab einer Firmenallianz unter der Führung der Marti Tunnel AG im Juli den Zuschlag für das Bauvorhaben. Das Konsortium offerierte die Arbeiten für rund 550 Millionen Franken.

    Die Grimselbahn AG erhält mit der am Mittwoch publizierten Verfügung des Bundesverwaltungsgerichts nun auch in juristischen Belangen Gegenwind für ihr Projekt. Mitte September kritisierte die Eidgenössische Finanzkontrolle das Bauvorhaben als «einen klaren Fall von ineffizienter Verwendung öffentlicher Mittel». Damit wächst der Druck auf die Verantwortlichen zusätzlich.

    Das Bundesverwaltungsgericht muss seinerseits klären, ob bei der Vergabe alles korrekt abgelaufen ist. Die Beschwerdeführer rügten, dass die Zuschlagsempfänger sich nicht an alle Vorgaben der Ausschreibung gehalten hätten. Dies habe Einfluss gehabt auf den offerierten Preis, weshalb die Vergabe nun genauer untersucht wird.

    Nach einer ersten summarischen Prüfung hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass es offene Fragen gebe. Zudem seien die für die Auslösung des Projekts notwendigen Bundesmittel nicht freigegeben. Es sei deshalb nicht erstellt, dass mit der Umsetzung unverzüglich begonnen werden könne.

    Kein zeitlicher Druck

    Hinzu kommt gemäss Gericht, dass das öffentliche Interesse an einem multifunktionalen Grimseltunnel offenbar keineswegs unbestritten sei. Es verweist auf den Bericht der Finanzkontrolle. Der Bericht sorgt damit auch im laufenden Verfahren für zusätzliche Aufmerksamkeit.

    Mit dem Grimseltunnel-Projekt sollen Meiringen BE und Oberwald VS auf einer Bahnstrecke von fast 28 Kilometern miteinander verbunden werden. 22 Kilometer davon sind im Berg. Parallel zum Bahnstollen ist zwischen Innertkirchen BE und Oberwald ein Stollen für die Verlegung einer Höchstspannungsleitung vorgesehen.

    Die Verfügung trägt die Bezeichnung B-5391/2026 und datiert vom 2.10.2026. Sie hält fest, dass die aufschiebende Wirkung der Beschwerde gewährt wird. Für die Grimselbahn AG bedeutet dies, dass die Vergabe des Bauauftrags vorerst nicht umgesetzt werden kann.

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