Globetrotter steigert 2025 Umsatz trotz Einbruch in USA
Weniger US-Reisen: «Viele Schweizerinnen und Schweizer wollten wohl ein Zeichen setzen», sagt Globetrotter-Chef André Lüthi.

Das Reiseunternehmen Globetrotter hat 2025 leicht mehr umgesetzt, obwohl das Geschäft in den USA deutlich zurückging. Für das laufende Jahr zeigt sich der Konzernchef noch vorsichtig.
Der Umsatz der Gruppe mit 12 Unternehmen stieg um 1,5 Prozent auf 205 Millionen Franken, wie aus der Mitteilung vom Mittwoch hervorgeht. Dies, obwohl die Buchungen für die USA 2025 um rund ein Viertel respektive 6 Millionen Franken eingebrachen. Ohne den Rückgang wäre die Gruppe also um 4,5 Prozent gewachsen.
«Viele Schweizerinnen und Schweizer wollten wohl ein Zeichen setzen», kommentierte Globetrotter-Chef André Lüthi. Die Nachfrage für 2026 sei momentan aber wieder besser als im Januar 2025, sagte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Sie liege allerdings noch ziemlich unter dem Niveau von vor dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump.
Im vergangenen Jahr konnte Globetrotter den Rückgang in den USA durch andere Länder ausgleichen. So wuchsen die Geschäfte beispielsweise im südlichen Afrika sowie in Japan und Südkorea jeweils zweistellig. Auch Kanada blieb stabil.
«Japan ist ein kleines Wunder», sagte Lüthi dazu. Die Nachfrage sei ungebrochen. Afrika sei zudem besonders bei Familien beliebt, die beispielsweise Safari-Reisen machten.
Erlebnistourismus im Trend
Generell ziehen derzeit Angebote mit speziellen Erlebnissen gut. Im Jahr 2025 waren die Sprachschulen, Studien- und Politreisen sowie Bike-Adventures der Gruppe etwa sehr beliebt. Viele Schweizerinnen und Schweizer reisten auch nach Skandinavien, um die Nordlichter zu sehen. Zudem wurden die Flugtickets im Schnitt etwas günstiger.
Das Umsatzniveau von vor der Pandemie hat Globetrotter bisher noch nicht erreicht. Für 2019 hatte die Gruppe noch einen Jahresumsatz von 243 Millionen Franken vermeldet – mit 450 Mitarbeitenden. Während der Pandemie mussten dann 170 Arbeitsplätze abgebaut werden. Nun sind es immerhin wieder 370 Angestellte.
Die meisten dürften sich dieses Jahr wieder über einen Bonus freuen können, sagte Lüthi. Angaben zum Gewinn macht die Gruppe jeweils nicht.
Vorsichtiger Ausblick
Mit Blick auf die aktuelle Lage hält sich der Globetrotter-Chef bedeckt. «Mit Besorgnis schauen wir auf die momentane geopolitische Situation, die, je nach Entwicklung, weltweit eine Auswirkung auf das Reiseverhalten haben wird», heisst es in der Mitteilung. «Solange Airlines fliegen und das EDA keine Reisewarnung ausspricht, ist es aber gut», betonte Lüthi.
Die Übernahme von Hotelplan durch Dertour mache sich derweil noch nicht gross bei Globetrotter bemerkbar, sagte der Konzernchef. «Bis jetzt haben wir keine grosse Abwanderung zu uns gespürt.» Allerdings könnte sich dies bis 2027 ändern, denn bis dann sollen einige Hotelplan-Filialen wegfallen.






