Die Gesamtrevision des ambulanten Arzttarifs Tarmed ist aus Sicht der Ärzteschaft überfällig. Der Einzelleistungstarif Tardoc, der Tarmed ablösen soll, müsse rasch genehmigt werden. Denn neben ambulanten Pauschalen im praxis- und spitalambulanten Bereich werde immer auch ein Einzelleistungstarif notwendig sein.
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Ein Hausarzt mit Medikamenten. (Symbolbild) - Keystone

«Mit dem Tardoc steht eine aktuelle, sachgerechte und ausgewogene Tarifstruktur bereit zur Genehmigung durch den Bundesrat», teilten drei Arztverbände am Mittwoch mit.

Die Erarbeitung eines solchen Einzelleistungstarifs, der die ärztlichen Leistungen der gesamten ambulanten Patientenversorgung abbilde, erfordere eine mehrjährige Entwicklungsarbeit. Pauschalen im ambulanten Bereich seien sinnvoll und notwendig, die Ärzteschaft begrüsse sie dort, wo Therapien und Behandlungen weitgehend standardisiert und klar abgrenzbar seien.

FMCH, der Verband der invasiv und chirurgisch tätigen Ärztinnen und Ärzte, habe mit dem Versicherungsverband Santésuisse ambulante Pauschalen ausgehandelt, bisher für 75 Operationen und Behandlungen.

Trotzdem stehe auch FMCH zusammen mit dem Verband der Haus- und Kinderärzte Mfe und der gesamten Ärzteschaft hinter dem Tardoc. «Es braucht sowohl den Tardoc als auch ambulante Pauschalen», schrieben FMCH, Mfe und die Verbindung der Ärztinnen und Ärzte (FMH).

Pauschalen stellen aus Sicht der drei Organisationen jedoch keine umfassende Alternative zum Einzelleistungstarif dar. So gebe es für den gesamten Bereich der medizinischen Grundversorgung, der Hausarztmedizin sowie der Pädiatrie und Psychiatrie keine Pauschalen.

«Die Ärzteschaft steht damit geschlossen hinter dem Einzelleistungstarif Tardoc und spricht sich gemeinsam für eine rasche Einführung aus», hiess es weiter. Die Genehmigung des Tardoc ermögliche den Patientinnen und Patienten auch in Zukunft komplexe und hochindividualisierte Behandlungen.

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