FT: Neuer Nestlé-Chef plant strategischen Umbau für mehr Wachstum
Der neue Nestlé-Chef Philipp Navratil plant einem Medienbericht zufolge einen strategischen Umbau im Konzern mit dem Fokus auf künftig vier Geschäftssäulen. Er will das Wachstum nach turbulenten Jahren wieder ankurbeln.

Wie die «Financial Times» am Mittwoch unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen berichtete, werde sich der Konzern künftig auf die Säulen Kaffee, Tiernahrung, Ernährung und Gesundheit sowie Lebensmittel und Snacks fokussieren. Dies soll die Zusammenarbeit innerhalb der komplexen Struktur von Nestlé stärken. Teams sollen sich mit neuen Produktinnovationen schneller an sich wandelnde Konsumententrends anpassen können.
Navratil hatte den Fokus bereits im Dezember in einem Interview mit «Finanz und Wirtschaft» skizziert: Rund je ein Viertel des Geschäfts entfalle auf Tierfutter mit guten Wachstumsaussichten und auf Kaffee mit grossen Chancen, sagte er damals. Ergänzt werde das Geschäft durch das Nutrition- und Health-Segment von Produkten für Schwangere bis Erwachsene sowie das Food- und Snacking-Portfolio. «Ich frage mich nicht, was wir noch dazukaufen müssen. Was wir brauchen, sind Innovationen, um das Wachstum zu beschleunigen.»
Bislang ist Nestlé primär nach Regionen organisiert – Amerika, Europa und Asien sowie Ozeanien und Afrika – und zusätzlich in sechs sogenannte strategische Geschäftseinheiten gegliedert. Daneben bestehen drei global geführte Sparten, darunter Nespresso, Health Science und das zum Verkauf stehende Wassergeschäft. Trotz der neuen Ausrichtung sollen die regionalen Einheiten weiterhin eine zentrale Rolle spielen, hiess es im Bericht.
Nestlé lehnte eine Stellungnahme ab. «Wir wollen diese Geschichte nicht kommentieren», sagte ein Konzern-Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP.
Navratil hatte seit seinem Amtsantritt im September bereits ein Restrukturierungsprogramm mit bis zu 16'000 Stellenstreichungen – knapp 6 Prozent der Belegschaft – innerhalb von zwei Jahren gestartet. Er begründete dies unter anderem damit, die Strukturen des Unternehmens verschlanken zu wollen.









