Studie

    Frauen droht laut Studie weiterhin tiefere Rente nach Scheidung

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Zürich,

    Für Frauen bleibt die Scheidung trotz Ausgleichsmassnahmen ein grosses Vorsorgerisiko. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der Swiss Life.

    Scheidung
    Ehering auf einem Gerichtsbeschluss über eine Scheidung. Foto: Franz-Peter Tschauner/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Viele geschiedene Frauen haben Probleme bei der Altersvorsorge.
    • Rentnerinnern erhalten im Schnitt etwa ein Drittel weniger Altersleistung als Männer.

    Mehr als jede vierte geschiedene Rentnerin der Schweiz ist auf Ergänzungsleistungen zur AHV angewiesen, wie die Swiss Life am Dienstag mitteilte. Heutige Rentnerinnern erhielten über alle drei Säulen hinweg im Schnitt etwa ein Drittel weniger Altersleistung als Männer (Gender Pension Gap).

    Viele dieser Frauen seien zwar noch unter dem alten Scheidungsrecht geschieden worden, bevor der Vorsorgeausgleich und der Vorsorgeunterhalt eingeführt worden seien, so die Studie. Diese Massnahmen reduzierten den Gender Pension Gap zwischen Geschiedenen, könnten ihn aber nicht vollständig schliessen. Beim Vorsorgeausgleich wird das während der Ehe angesparte Pensionskassenguthaben aufgeteilt und beim Vorsorgeunterhalt handelt es sich um Unterhaltszahlungen zum Ausgleich von Vorsorgelücken nach der Scheidung.

    Die meisten Scheidungen vor dem 50. Lebensjahr

    Der Knackpunkt: Zwei Drittel aller Scheidungen finden vor dem 50. Lebensjahr statt, zu einem Zeitpunkt also, in dem in der zweiten Säule typischerweise weniger als die Hälfte des künftigen Altersguthabens angespart wurde. Entsprechend stehe ein wesentlicher Teil des Sparprozesses erst noch bevor, sagte Studienautor Andreas Christen im Communiqué. «Entscheidend für den Gender Pension Gap unter Geschiedenen ist deshalb vor allem, was nach der Scheidung passiert.»

    Ein starker Rückzug vom Berufsleben während der Ehe könne sehr lange nachwirken. Frauen mit tiefen Pensen vor der Scheidung arbeiten auch nachher selten Vollzeit. Eine Online-Umfrage der Swiss Life unter 834 geschiedenen und wiederverheirateten Frauen im Alter von 25 bis 60 Jahren zeigt denn auch, dass in 77 Prozent der Fälle die Mutter sich nach der Scheidung hauptsächlich um die Kinder kümmert.

    Teilzeitarbeit als Problem für Altersvorsorge

    Hier könne zwar der Vorsorgeunterhalt helfen. Er erhöhe gemäss den Umfrageresultaten tatsächlich die Neigung, individuell fürs Alter zu sparen. Allerdings erhalte eine Mehrheit der befragten geschiedenen und teilzeitarbeitenden Mütter entweder keinen solchen Unterhalt oder könne trotz Unterhaltszahlungen nicht fürs Alter sparen.

    In vielen Familien gibt es immer noch eine klassische Rollenverteilung: Mutter geht in Teilzeit und kümmert sich um Haushalt und Kinder. Foto: Marcel Kusch
    In vielen Familien gibt es immer noch eine klassische Rollenverteilung: Mutter geht in Teilzeit und kümmert sich um Haushalt und Kinder. Foto: Marcel Kusch - dpa-infocom GmbH

    Die Studie empfiehlt daher, dass Frauen mit einem möglichst hohen Pensum im Arbeitsmarkt bleiben sollten. Adressat dieser Empfehlung sei auch der Ehepartner, der seinen Beitrag zu leisten habe, damit dies gelingen könne.

    Zudem sollten sich Frauen rechtzeitig beraten lassen. Gemäss der Umfrage hat sich gerade einmal jede fünfte Frau zum Zeitpunkt der Scheidung ernsthaft mit den Auswirkungen auf ihre Altersvorsorge auseinandergesetzt. Eine solche Beratung gehe dabei mit einer erhöhten finanziellen Sparneigung und mit einer tendenziell erhöhten Sparneigung einher.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #4623 (nicht angemeldet)

    Tja, heiraten oder nicht heiraten? Diese Frage stellt sich in den Medien offenbar nur den Frauen. An und für sich muss es jede/r für sich entscheiden. Es hat Vor- aber auch Nachteile. Ohne Kinder fällt die Entscheidung leichter, mit Kindern, tendiere ich zur Heirat. Es ist in der Tat keine leichte Entscheidung.

    Weiterlesen

    Sparbatze
    16 Interaktionen
    Wegen Corona-Pandemie
    Leapmotor B03X
    56 Interaktionen
    Nur 23’900 Franken

    MEHR STUDIE

    vögel
    3 Interaktionen
    Studie zeigt
    Ausgelassene Stimmung, volle Bars und funkelnde Wunderkerzen: In Europas Partystädten wird der Jahreswechsel bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Bild: Adobe Stock
    6 Interaktionen
    Studie
    csd
    Laut Studie
    Gotthard
    22 Interaktionen
    Laut Studie

    MEHR AUS STADT ZüRICH

    Flurin Capaul setzt sich für den Erhalt der Aemtlerwiese als Freifläche ein. - Clarissa Rohrbach
    Zürich
    VZO
    47 Interaktionen
    Mehr Plakate
    SRF
    307 Interaktionen
    SRF-Show
    Hund Leine
    7 Interaktionen
    Leute angegriffen