Stadt Basel

Frau stellt Strafantrag gegen Spanner – war es Basler Polizist?

Stephan Felder
Stephan Felder

Basel,

Eine Frau hat in Basel Strafantrag gegen einen mutmasslichen Spanner gestellt. Der Verdächtige soll ein Polizist der Kantonspolizei sein.

Spanner
War ein Basler Polizist der gesuchte Spanner? - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Frau wirft einem unbekannten Mann Hausfriedensbruch und sexuelle Belästigung vor.
  • Laut einem Video soll es sich beim Verdächtigen um einen Basler Polizisten handeln.
  • Die Kantonspolizei Basel-Stadt hat den betroffenen Mitarbeiter freigestellt.

Eine Frau hat in Basel Strafantrag wegen Nachstellens, Hausfriedensbruchs und sexueller Belästigung gestellt. Der mutmassliche Täter soll ein Angehöriger der Kantonspolizei Basel-Stadt sein. Darüber berichtet die «Basler Zeitung».

Gemäss dem Bericht soll ein Mann wiederholt nachts auf das Grundstück der Frau gelangt sein. Durch das Wohnzimmerfenster soll er in die Wohnung geschaut haben.

Die Betroffene habe mehrmals die Polizei alarmiert, der Mann sei jedoch jeweils verschwunden gewesen, bevor Einsatzkräfte eintrafen.

Der Mann hat sich «äusserst seltsam» verhalten

Laut einem Polizeirapport, der der «Basler Zeitung» vorliegt, gelang es der Frau schliesslich, den mutmasslichen Täter zu filmen.

Auf den Aufnahmen soll zu sehen sein, wie sich der Mann an seinem Geschlechtsteil zu schaffen macht. Zudem soll er sich «äusserst seltsam» verhalten haben.

Vor rund zwei Wochen stellte die Frau Strafantrag gegen unbekannt. Die Frau konnte ihre Anzeige aufgrund sprachlicher Schwierigkeiten nicht elektronisch einreichen. Deshalb wandte sie sich per E-Mail an einen Angehörigen des Polizeikaders.

Bei der Sichtung des Videomaterials sei ein Verdacht aufgekommen. Demnach könnte es sich beim mutmasslichen Täter um einen Polizisten des Basler Korps handeln.

Die Kantonspolizei Basel-Stadt hat den betroffenen Mitarbeiter inzwischen freigestellt. Polizeisprecher Adrian Plachesi bestätigt dies auf Anfrage der Zeitung.

Ist die Freistellung des Polizisten gerechtfertigt?

«Die Anzeige erfolgte aufgrund eines mutmasslichen privaten Vergehens ohne dienstlichen Zusammenhang. Die Schwere und die Natur der Vorwürfe erlauben jedoch keinen weiteren Verbleib im Dienst der Kantonspolizei.»

Der Fall liegt nun bei der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt. Diese wird prüfen, ob weitere Ermittlungen aufgenommen werden. Für den beschuldigten Polizisten gilt die Unschuldsvermutung.

Bereits der vierte freigestellte Polizist

Es handelt sich bereits um den vierten Polizisten der Kantonspolizei Basel-Stadt, der in diesem Jahr wegen mutmasslichen Fehlverhaltens freigestellt wurde.

Zuvor waren bereits drei Polizisten suspendiert worden. Die Staatsanwaltschaft hatte im Zusammenhang mit einem Verfahren wegen mutmasslich falscher Zeugenaussagen strafrechtliche Vorabklärungen eingeleitet. Die Verfahren sind derzeit noch hängig.

Personalmangel bei Basler Polizei

Dabei fehlt es der Basler Polizei eigentlich an Polizisten. Vor einem Jahr waren rund 120 Stellen unbesetzt.

Die Regierung hatte deswegen Lohnzulagen bewilligt und die Polizeischule umgekrempelt. Die Anzahl an Aspirantinnen und Aspiranten auf der Polizeischule ist dadurch schon angestiegen.

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