Die Fluggesellschaft Swiss, Lufthansa und Co. haben Tausenden die Flüge in die Sommerferien gestrichen. Bei den Betroffenen ist der Frust gross – andere freuts.
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Die Swiss testet ab dem 2. August ein «grünes» Ticket. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Aufgrund von Personalmangel streichen einige Airlines Verbindungen aus dem Sommerflugplan.
  • Betroffene ärgern sich darüber – andere sehen darin aber Positives fürs Klima.
  • Klimastreik Schweiz:

Am Dienstag machte die Swiss Zehntausenden bei der Ferienplanung einen Strich durch die Rechnung: Im Juli und August werden zahlreiche Flüge aufgrund von Personalmangel gestrichen. Betroffen sind unter anderem die Destinationen London und San Francisco.

Bei den Betroffenen kommt das nicht gut an – bei Klimaschützern hingegen schon. Einige Twitter-User bringen ihre Freude über die Flug-Streichungen bei Swiss, Lufthansa, Easyjet und Co. deutlich zum Ausdruck.

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Für das Klima sei es hilfreich, wenn Flieger am Boden bleiben, meint ein User.
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Die kommenden Generationen würden von den Streichungen profitieren, findet ein anderer.
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Weniger Fliegerei aufgrund der Streichungen leiste einen Beitrag zum Klimaschutz, schreibt ein anderer.
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Auf die Nachricht, dass die Lufthansa Flüge streicht, reagiert ein User mit: «Das ist doch gut fürs Klima.»

«Weniger wohlstandsverwahrlost rumfliegen – ist doch gut, trägt zum Klimaschutz bei», schreibt ein Nutzer. Auf die Nachricht, dass auch Easyjet hunderte Flüge streicht, reagiert ein anderer mit: «Unsere Kinder sagen ‹Danke›.»

«Weniger Flüge, bessere CO2-Bilanz», kommentiert ein anderer.

Klimastreik Schweiz will Umbau des Flugsektors

Die Umweltschädlichkeit der Flugindustrie ist auch Klimastreik Schweiz ein Dorn im Auge. Durch Kurz- und Langstreckenflüge werde die Klimakrise vorangetrieben, sagt die Organisation gegenüber Nau.ch. Es wird ein «massiver Umbau des Flugsektors» gefordert.

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Wegen des Personalproblems bei der Swiss bleiben im Juli und August Zehntausende Passagiere ohne ihre gebuchten Flüge.
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Die Swiss hat rund 30'000 Passagieren die Sommer-Flüge gestrichen. Mittelfristig sollte dies dem Image der Airline wohl kaum schaden, sagt ein Experte.
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Klimastreik Schweiz fordert schon seit Anfang 2020 zusammen mit 90 Expertinnen und Experten mit dem Klimaaktionsplan den sozialverträglichen Umbau des Flugsektors. (Symbolbild)
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Der jetzige Abbau von Strecken geschehe jedoch nicht aus den richtigen Beweggründen.

Aber über die zuletzt verkündeten Flug-Streichungen kann der Klimastreik trotzdem nicht jubeln. Denn: Man hat Mitleid mit dem Flug-Personal. «Dieser Umbau muss sozial vertretbar sein und mit direkten Umschulungen für das Personal verknüpft werden. Abbau von Strecken sind somit zwar ein Schritt. Jedoch nicht aus den richtigen Beweggründen und ohne direkte Umschulung und Berufssicherheit für das Personal untragbar.»

Fliegen Sie dieses Jahr in die Ferien?

Die Lösung habe man bereits im Klimaaktionsplan erarbeitet, sagt Leandra Breu vom Klimastreik Schweiz. Und Klimaaktivist Cyrill Hermann fügt hinzu: «Eine solche Transformation des Verkehrs von der Luft auf die Schiene geht nur Hand in Hand mit dem Flugpersonal. Die Arbeitnehmenden dürfen nicht die Leidtragenden sein.»

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