Fischadler brüten erstmals seit 110 Jahren wieder in der Schweiz
Der Fischadler brütet erstmals seit 1914 wieder in der Schweiz. Drei Jungvögel schlüpften 2026 in der Drei-Seen-Region.

Nach über 110 Jahren ist der Fischadler als Brutvogel in die Schweiz zurückgekehrt. Im Mai 2026 schlüpften in der Region um Bieler-, Murten- und Neuenburgersee drei Jungvögel, berichtet das «SRF».
Elf Jahre dauerte der Weg zur ersten erfolgreichen Brut in der Schweiz. Das Wiederansiedlungsprojekt sollte den natürlichen Kreislauf der Rückkehr an den Geburtsort wiederherstellen.
Der Fischadler war seit 1914 als Brutvogel aus der Schweiz verschwunden. Laut der «Wild beim Wild» führten intensive menschliche Verfolgung, Abschüsse und Eierraub zum Verschwinden der Art.
So kehrte der Fischadler in die Schweiz zurück
Da in der Schweiz keine Jungvögel mehr aufwuchsen, konnten auch keine geschlechtsreifen Tiere zurückkehren. Deshalb wurden Jungvögel aus dem Ausland in die Schweiz gebracht und hier aufgezogen, schreibt das «SRF».
Zwischen 2015 und 2020 kamen insgesamt 66 Fischadlerküken in die Schweiz. Die Tiere stammten aus Schottland, Norwegen und Deutschland, wie die «Wild beim Wild» berichtet.
Aufgezogen wurden die Jungvögel auf dem Landwirtschaftsareal der Strafanstalt Bellechasse im Kanton Freiburg. Die Aufzucht erfolgte in Volieren ohne direkten Kontakt zu Menschen.
Fischadler als Gesundheitspolizei
Für Andi Lischke von der Greifvogelstation Berg am Irchel erfüllt der Fischadler eine wichtige Funktion. Gegenüber dem «SRF» bezeichnete er den Greifvogel als «Gesundheitspolizei» der Gewässer.
Nach Lischkes Einschätzung erbeutet der Fischadler zunächst schwache und kranke Fische. Verschwinden natürliche Fressfeinde, könne dies Krankheiten und Seuchen begünstigen, erklärt der Experte.
Früher wurde der Fischadler als Konkurrent des Menschen betrachtet, weil er Fische frisst. Deshalb wurde ihm eine Funktion im Ökosystem abgesprochen und er wurde verfolgt.
Drei Jungvögel vor dem ersten Afrikazug
Das erfolgreiche Brutpaar war bereits im Sommer 2025 beobachtet worden, so die «Wild beim Wild». Nach dem Winter in Afrika kehrten beide Vögel zurück und bezogen eine Nistplattform in der Drei-Seen-Region.
Das Männchen stammt aus dem Jahrgang 2020 und trägt einen nummerierten blauen Ring. Das unberingte Weibchen ist unbekannter Herkunft.

Trotz eines kalten und regnerischen Frühlings überlebten alle drei Jungvögel. Die Sterblichkeitsrate junger Zugvögel liegt während dieser Phase bei rund 80 Prozent.








