Feuerwerk

Feuerwerk am 1. August? Es sieht schlecht aus

Matthias Bärlocher
Matthias Bärlocher

Bern,

Noch bleibt Zeit bis zur Bundesfeier. Doch es braucht sehr viel Regen, um die Trockenheit zu überwinden. Die Prognosen erlauben nun eine grobe Abschätzung.

Waldbrandgefahr
Die aktuelle Waldbrandgefahr-Karte: Stufe 1 Gibt es schon gar nicht mehr. - BAFU

Das Wichtigste in Kürze

  • Aktuell herrscht fast in der ganzen Schweiz hohe Waldbrandgefahr.
  • Bleibt noch Zeit für genügend Regen, um am 1. August Feuerwerk zünden zu können?
  • Bald könnten laute Feuerwerke ganz verboten werden.

In weiten Teilen der Schweiz herrscht «grosse» bis «sehr grosse» Waldbrandgefahr. Was angesichts der andauernden Trockenheit niemanden verwundert. So wird auch kaum jemand die flächendeckenden Feuerverbote in Zweifel ziehen.

Nicht nur Wälder sind brandgefährdet, immer wieder geraten auch Stoppelfelder in Brand.

Dieses Stoppelfeld in Deitingen SO beschäftigte die lokale Feuerwehr.
Zusätzlich angefacht vom Wind brannte letzte Woche dieses Stoppelfeld in Deitingen SO auf einer Fläche von rund 200 Aren. - POLIZEI KANTON SOLOTHURN/ZVG

Aber in rund zwei Wochen ist 1. August – und es droht ein Feuerwerksverbot. Die Stadt Chur hat sich «bis auf Widerruf» bereits auf ein Verbot festgelegt, der Kanton Bern etwa will nächste Woche entscheiden. Denn ist die Rakete einmal gezündet, wird sich kaum kontrollieren lassen, dass nicht die eine oder andere im Gehölz landet.

Oder auf einem Stoppelfeld. Wo ein 1.-August-Funken dann wohl eine weniger gute Idee wäre.

Bereits Niederschlag bis 30 Millimeter

Dürfen Freunde und Freundinnen der Pyrotechnik noch hoffen? Oder ist jetzt schon klar, dass dieses Jahr die «Ooooh» und «Aaaah» ausbleiben werden?

Immerhin sind in den letzten Tagen Gewitter übers Land gezogen. Es hat nicht nur geblitzt, sondern je nachdem auch zünftig geregnet.

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Punktuell – wie hier in Winterthur – hat es gestern heftig geregnet. - Nau.ch

Punktuell gab es Niederschlagsmengen von 30 Millimetern, vereinzelt auch mehr, bestätigt denn auch Meteorologe Daniel Gerstgrasser von MeteoSchweiz. Mit Betonung auf «punktuell»: «An den meisten Orten lagen die Mengen unter zehn Millimetern, stellenweise ist es auch trocken geblieben», so Gerstgrasser.

Und das reicht eben nicht zur Aufhebung der Feuerverbote. Auch die prognostizierten Schauer am Wochenende noch nicht. Und in der kommenden Woche wird sich in Sachen Waldbrandgefahr nicht viel ändern, eher im Gegenteil.

1. August Feuerwerk
Kinder bewundern Feuerwerk, am 1. August 2023 in Thun. - keystone

Denn MeteoSchweiz erwartet eine weitgehend hochdruckbestimmte Wetterlage und kaum mehr Niederschlag. Das heisst: Nicht nur fehlt der Regen, sondern die Trockenheit dürfte sich erneut verstärken, erklärt Gerstgrasser.

Wetter-«Besserung» Ende Juli

Immerhin: «In der letzten Juliwoche könnte sich eine Westströmung mit eher veränderlicher Witterung und der Zufuhr von zeitweise feuchterer Luft einstellen.» So weit in der Zukunft sind die Unsicherheiten aber noch gross, mahnt der Meteorologe.

Waldbrandgefahr Käferberg Plakat
Auf einer Grillstelle auf dem Käferberg macht ein Plakat auf die Waldbrandgefahr und das Feuerverbot im Wald und Waldesnähe aufmerksam, am 8. Juli 2026 in Zürich. - keystone

Doch trotz feuchterer Luft erwartet er lediglich Niederschläge, die ungefähr der Norm entsprechen. Damit die Trockenheit – und damit irgendwann auch die Waldbrandgefahr – endet, müssten drei Faktoren zusammentreffen: Die Niederschläge müssten flächendeckend, ergiebig und über mehrere Tage stattfinden.

Und diese hält Gerstgrasser fest: «Diese sind aktuell nicht in Sicht.»

Feuer- und Feuerwerkverbot am 1. August:

Mit dieser Prognose sollte sich die Bevölkerung wohl schon mal auf einen leisen 1. August einstellen, vielerorts auch ohne Höhenfeuer.

Das Abbrennen von «Kugelrakete Blinker» und «Kometenfächer Blau» wird wohl auf nächstes Jahr vertagt. Es könnte die letzte Gelegenheit dazu sein, denn im November befindet das Stimmvolk über die Feuerwerksinitiative.

Kommentare

User #1310 (nicht angemeldet)

Sind noch 14 Tage Zeit. Das Wetter ändert sich bis dahin. Ich freue mich auf unser "Eidgenossenschaftliches Feuerwerk". Zur Erinnerung an den Rütli-Schwur!

User #5674 (nicht angemeldet)

Mein Putenböller wird mir niemand madig machen, Waldbrand hin oder her!

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