Femizid im Baselbiet: Forderung nach lebenslänglich Gefängnis

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Birseck,

Im Baselbieter Femizid-Prozess verlangt die Staatsanwältin lebenslange Haft. Sie spricht von einem der grausamsten und erschütterndsten Fälle der Schweiz.

Die Plädoyers im Femizid-Prozess haben am Dienstag am Strafjustizzentrum Muttenz BL begonnen. (Archivbild)
Die Plädoyers im Femizid-Prozess haben am Dienstag am Strafjustizzentrum Muttenz BL begonnen. (Archivbild) - KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Staatsanwältin fordert im Baselbieter Femizid-Prozess eine lebenslange Haftstrafe.
  • Sie weist Notwehr klar zurück: Die Ehefrau sei 2024 erdrosselt worden.
  • Auch das Zerteilen der Leiche zeuge laut Anklage von grosser Skrupellosigkeit.

Die Staatsanwältin hat am Dienstag im Baselbieter Femizid-Prozess eine lebenslängliche Freiheitsstrafe für den Beschuldigten wegen Mordes und Störung des Totenfriedens gefordert. Dies soll in Begleitung einer ambulanten Massnahme erfolgen.

Notwehr-Version zerbricht vor Gericht

In ihrem Plädoyer am Strafjustizzentrum Muttenz wies die Staatsanwältin die Notwehr-Darstellungen des Beschuldigten zurück. Gerichtsmedizinisch sei erstellt, dass er seine Ehefrau 2024 in Binningen BL erdrosselt habe. Ein Messerangriff von ihr auf ihn sei widerlegt.

«Er gehört zu den grausamsten und erschütterndsten Femizid-Fällen in der Schweiz», sagte die Staatsanwältin. Die Erdrosselung wie auch Zerkleinerung der Leiche zeugten von Skrupellosigkeit und Missachtung des Lebens.

Was die Strafzumessung auch erhöht: Die seelische Verletzung der beiden Kinder, die ohne ihre Eltern und mit einer «unvorstellbaren Bürde» aufwachsen müssen.

Die Anklage zeichnet das Bild eines kalt geplanten Verbrechens

Der beschuldigte 43-Jährige sei planmässig vorgegangen, sagte die Staatsanwältin. Der Beschuldigte habe systematisch Spuren vernichten wollen. Wer sich in einer Panik befinde, wie dies der Beschuldigte am Vortag beteuerte, handle hingegen affektgesteuert. Er habe nicht die Polizei gerufen und auf die Rechtmässigkeit einer Notwehr verwiesen.

Einen verwendeten Gastro-Stabmixer für grosse Gefässe hatte er bereits 2022 bestellt, obschon er keine Verwendung dafür hatte. Ebenso lagerte er zehn Liter Javelwasser, angeblich um Vorhänge zu reinigen. Er soll von der DNA-zersetzenden Wirkung gewusst haben. Im Haus wurde ein Lernprogramm für Anatomie gefunden. Er soll die Gebärmutter gezielt herausgeschnitten haben, was gemäss Experten Kenntnisse voraussetze, wie die Staatsanwältin weiter ausführte.

Aus Trennungsangst wurde laut Anklage ein Femizid

Die Behauptung des Beschuldigten vom ersten Prozesstag, es gebe keine Gewalt in seinem Leben, seien «evident wahrheitswidrig», sagte die Staatsanwältin. Der Ehemann gebe sich nach aussen als wohlwollende und offene Person, sei jedoch in der Beziehung kontrollierend gewesen.

Die Staatsanwältin bezog sich unter anderem auf die Akten aus einer Ehetherapie über Handgreiflichkeiten wie auch auf Aussagen einer Ex-Freundin, die ihn ebenfalls als gewalttätig beschrieb.

Seine Frau beabsichtige, sich von ihm zu trennen. Dadurch fühlte er sich er sich bedroht. Er wollte die beiden Kinder nur für sich haben. Erstellt sei, dass er sie aus verletztem Stolz zusammenschlug und in einem Bestrafungsakt tötete. Die Staatsanwältin sprach von «krass egoistischen» Beweggründen.

Der Beschuldigte folgte aufmerksam dem Plädoyer der Staatsanwältin, schüttelte immer wieder den Kopf und machte Notizen. Es folgen die Plädoyers der Privatklägerschaft und der Verteidigung. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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Kommentare

User #3784 (nicht angemeldet)

Er muss für immer weg gesperrt werden. Seine Worte, unglaublich. Das ist nicht menschlich, was da passiert ist, das ist so krank, abartig und er spricht noch von liebe? Die Familie und die Kinder, ich bete für sie. Sie tun mir so leid, was ist wenn sie älter werden und die Wahrheit erfahren? Er hat auch diese Seelen zerstört, für was???

User #2188 (nicht angemeldet)

Ich hoffe, dass der Täter zum Schutz der Gesellschaft dauerhaft in Verwahrung bleibt und eine entsprechend harte Strafe erhält. Unabhängig von seiner Herkunft oder seinem finanziellen Hintergrund. Besonders kritisch sehe ich, dass jemand aus einem gut situierten Umfeld möglicherweise auf Vorteile hoffen könnte, obwohl die Tat schwer wiegt. Ebenso irritiert es mich, dass ausgerechnet ein ehemaliger SP Politiker wie Christian von Wartburg die Verteidigung übernimmt. Für mich wirkt es schwer nachvollziehbar, wie man eine solche Rolle in einem derart belastenden Fall einnehmen kann, insbesondere dann, wenn im Gerichtssaal versucht wird, die Verantwortung dem Opfer zuzuschieben. Aus meiner Sicht sollte in solchen Fällen klar die Gerechtigkeit für das Opfer im Mittelpunkt stehen! Und ja, es handelt sich um ein Femizid von Marc Rieben an seiner Frau Kristina Joksimovic. Ein unglaublich tragischer Fall der mich tief schockiert und traurig macht. Ich hoffe, dass die Kinder und Eltern des Opfers irgendwann mit so einem Trauma leben können.

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