Fast jedes fünfte Kind in der Schweiz ist armutsgefährdet

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Bern,

    In der Schweiz sind über 400’000 Kinder armutsbetroffen oder -gefährdet. Das Netzwerk Kinderrechte fordert eine nationale Strategie.

    kinderarmut
    In der Schweiz sind auch viele Kinder von Armut betroffen oder bedroht. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Fast jedes fünfte Kind in der Schweiz ist armutsgefährdet.
    • Das Netzwerk Kinderrechte fordert eine nationale Strategie zur Bekämpfung.
    • Aktuell herrsche ein kantonaler Flickenteppich bei der Unterstützung.

    114'000 Kinder sind in der Schweiz von Armut betroffen, weitere 315'000 sind armutsgefährdet. Besonders gefährdet sind Kinder aus Einelternhaushalten und kinderreichen Familien. Das Netzwerk Kinderrechte Schweiz fordert daher eine nationale Strategie zur Bekämpfung von Kinderarmut.

    Kinderarmut beeinträchtige nicht nur den Lebensstandard, sondern auch Bildungs-, Entwicklungs- und Gesundheitschancen sowie soziale Teilhabe, stellte das Netzwerk Kinderrechte Schweiz in einer Mitteilung fest.

    kinderarmut
    Die Unterstützung für armutsgefährdete Kinder hängt stark von Wohnkanton und Aufenthaltsstatus ab. - keystone

    Es brauche daher verbindliche Ziele und systematische Erfolgskontrollen, eine eigenständige kinderspezifische Dimension im Nationalen Armutsmonitoring sowie schweizweite Mindeststandards bei Familienleistungen.

    Kantonaler Flickenteppich

    Heute hänge es aber von Wohnkanton und Aufenthaltsstatus ab, welche Unterstützung eine Familie erhalte, hiess es. Es brauche deshalb eine nationale Strategie als Antwort statt eines kantonalen Flickenteppichs an Leistungen.

    Auch weitere zentrale Kinderrechte sind laut Medienmitteilung in der Schweiz fünf Jahre nach den Empfehlungen des Uno-Kinderrechtsausschusses nach wie vor nicht zufriedenstellend umgesetzt.

    Die Kinderrechtsfolgenabschätzung beschränke sich auf eine blosse Erwähnung im Botschaftsleitfaden, und zentrale Datenlücken – etwa zu ausserfamiliär platzierten Kindern oder zu den Gründen für Kindesschutzmassnahmen bestünden weiter.

    Spendest du regelmässig?

    Am deutlichsten zeigt sich der Rückstand laut dem Netzwerk bei der Ombudsstelle für Kinderrechte: Das Parlament habe dafür bereits 2020 einen klaren Auftrag erteilt, und auch in der Vernehmlassung sprach sich eine deutliche Mehrheit für eine unabhängige Stelle aus, die Kinder individuell berät und bei Bedarf vermittelt. Der Bundesrat halte aber «an einer abgeschwächten Lösung fest, die genau auf diese Elemente verzichtet».

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #4359 (nicht angemeldet)

    Jaja, das Land der Reichen, existiert bloss auf den Kosten der Armen! Die einst mal wirklich reiche Schweiz, wird jedes Jahr nur noch ärmer, alles andere sind ideologisierte Schönwetterparolen, aus einer Zeit, die es so schon längst nicht mehr gibt!

    Weiterlesen

    Caritas fordert nationale Strategie
    Schule Coronavirus
    6 Interaktionen
    Laut Unicef
    Kind mit Eltern Schatten
    5 Interaktionen
    Bern

    MEHR AUS STADT BERN

    Lars Guggisberg
    Lars Guggisberg (SVP)
    SC Bern
    National League
    1 Interaktionen
    Betrug, Geldwäsche
    fdb bern
    Für Ständeratswahl