Fasnachts-Tradition: Ist jetzt der Chienbäse in Gefahr?

Redaktion
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Liestal,

Ist der Chienbäse in Gefahr? Nach der Brand-Katastrophe von Crans-Montana prüft der Liestaler Stadtrat, ob die Fasnachts-Tradition abgesagt werden soll.

Chienbäse Liestal
Der Liestaler Stadtrat prüft nach Brand-Katastrophe von Crans-Montana die Absage des Chienbäse. - keystone

In ein paar Wochen sollte mit dem Chienbäse der wohl wichtigste Anlass des Jahres in Liestal BL stattfinden. Doch nach der Brand-Katastrophe von Crans-Montana wird nun geprüft, ob der Chienbäse abgesagt werden soll – aus Pietätsgründen.

Denn bei der Fasnachts-Tradition werden zahlreiche Feuerwagen mit brennendem Holz sowie flammende Besen durch die Altstadt gezogen.

Sollte der Chienbäse in diesem Jahr abgesagt werden?

Stadträtin Pascale Meschberger (SP) ist in Liestal für die Sicherheit zuständig. Sie sagt im SRF-Regionaljournal: «Nach einer solch grossen Katastrophe mit Feuer, stelle ich mir schon die Frage, ob es sich gehört, einen solchen Anlass durchzuführen.»

Zum jetzigen Zeitpunkt könne Meschberger die Frage noch nicht beantworten. Pietät stehe für sie an oberster Stelle.

Chienbäse Liestal
Beim Chienbäse werden Feuerwagen mit brennendem Holz sowie flammende Besen durch die Altstadt gezogen. - keystone

Bisher habe man den Chienbäse immer ohne grössere Zwischenfälle durchführen können. Dennoch bestehe immer ein Risiko, dass etwas passieren kann.

«Die Spitäler sind jetzt schon ausgelastet. Diese wollen wir im Falle eines Zwischenfalls nicht noch zusätzlich belasten», so Meschberger.

Die endgültige Entscheidung, ob der Chienbäse in diesem Jahr durchgeführt wird oder nicht, fällt der Liestaler Stadtrat. In den nächsten Tagen werde man sich auch noch in der Bevölkerung umhören.

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Kommentare

User #6100 (nicht angemeldet)

Was ich mich frage, wenn so ein Feuerwagen mal ausser Kontrolle gerät und in die Zuschauer, die ja ganz nahe stehen müssen fährt, wie siehts dann aus. An ein technisches Versagen glaube ich nicht, aber wenn mal einer stolpert oder ausrutsch, was passiert dann.?

User #6998 (nicht angemeldet)

Was hat der Chienbäse bitte mit der Unfähigkeit von Behörden in Crans-Montana zu tun? Gar nichts. Das eine ist eine Tragödie durch Versagen, das andere eine jahrhundertealte, gelebte Tradition, die jedes Jahr mit klaren Regeln und Erfahrung durchgeführt wird. Pietät ist wichtig Aktionismus ist es nicht. Eine Tradition abzusagen, nur um „ein Zeichen zu setzen“, löst kein einziges Problem und hilft keinem einzigen Betroffenen der Katastrophe. Wenn man so argumentiert, dürfte man nach jedem Brand kein Feuerwerk, kein Osterfeuer, keine Kerzen, keine Fasnacht mehr durchführen. Das ist absurd. Der Chienbäse ist kein Behördenversagen, sondern ein kontrollierter Brauch. Wer das vermischt, weicht der eigentlichen Frage aus: Warum haben die zuständigen Stellen in Crans-Montana versagt? Traditionen abschaffen ist einfach. Verantwortung übernehmen offenbar nicht. Der Chienbäse gehört zu Liestal. Und genau dort soll er bleiben.

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