«Winti Fraue figgä und verhaue»: Ein Banner mit dieser Aufschrift hat für sechs Fans des FC Schaffhausen keine rechtlichen Folgen. Das Bezirksgericht Winterthur hat sie am Dienstag freigesprochen. Die Aktion sei zwar komplett daneben gewesen, aber nicht strafbar.

Das Wichtigste in Kürze

  • Auch wenn dieses Banner eindeutig frauenverachtend und ganz klar intolerabel gewesen sei, sei es genau wie andere Fanchöre nur eine Provokation der gegnerischen Fans gewesen, sagte der Richter bei der Urteilseröffnung.

Der Spruch «Winti Fraue figgä und verhaue» sei nicht geeignet, jemanden wirklich zu Gewalt aufzufordern.

Das Bezirksgericht Winterthur stützte sich bei seinem Urteil auf einen Grundsatzentscheid des Bundesgerichtes. Dieses besagt, dass es an der Eindringlichkeit eines Aufrufs fehle, wenn dieser nicht ernst zu nehmen sei. Kurz: Die Aktion der Schaffhauser Fans vom Mai 2019 war zwar komplett daneben, ist aber nicht strafbar.

Die sechs Schweizer im Alter zwischen 21 und 28 Jahren erhalten nun eine Entschädigung für ihren Anwalt, sofern sie einen hatten. Der Staatsanwalt forderte für die sechs Fans Verurteilungen wegen öffentlicher Aufforderungen zu Verbrechen oder zur Gewalttätigkeit. Dafür seien sie mit bedingten und teilweise auch unbedingten Geldstrafen und Bussen zu bestrafen.

Bei der Befragung vor Gericht wollten die sechs Fans nicht richtig über die Aktion reden. Das sei keine schöne Sache gewesen, sagte einer. «Eine dumme Idee.» So ein Spruch gehe natürlich nicht.

Dass das eine Aufforderung zu körperlicher und sexueller Gewalt an Frauen war, finden sie aber nicht. Jeder sei doch gegen Gewalt an Frauen. Das Ganze sei von den Medien einfach falsch aufgenommen worden. Wer das als Aufforderung zu Gewalt verstehe, sei noch dümmer als der, der den Spruch geschrieben habe.

Keiner der sechs will das 15 Meter lange Banner gemalt und ins Stadion Schützenwiese gebracht haben. Alle betonten, sie hätten das Banner nur gehalten oder seien nur dort gestanden. Auf Bildern ist jedoch eindeutig zu sehen, dass alle sechs an der Aktion beteiligt waren und den Spruch auch noch skandierten.

Der FC Schaffhausen distanzierte sich am Tag nach dem Spiel von der Aktion und verurteilte sie in einer Mitteilung «aufs Schärfste». Solche Transparente dürften nicht toleriert werden.

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