Der rückläufige Trend bei den Corona-Eckdaten hat sich am Donnerstag bestätigt: Innerhalb von 24 Stunden wurden dem BAG 1632 neue Coronavirus-Fälle gemeldet, das sind knapp 28 Prozent weniger als eine Woche zuvor. Die Spitaleinweisungen gingen im gleichen Zeitraum um über 40 Prozent zurück.
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Coronavirus: Immer wieder gibt es ungeimpfte Personen, die aus Schamgefühlen zu spät zum Arzt gehen. - Keystone

Vor einer Woche waren 61 Meldungen über Hospitalisierungen eingegangen, nun waren es noch 35, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilte.

Optimistisch stimmt auch die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt. Sie lag vor rund zwei Wochen bei 0,83. Das heisst, dass die Zahl der neu infizierten Personen seither weiter abgenommen haben dürfte.

Gemäss dem neuesten BAG-Lagebericht wurden in der gesamten vergangenen Woche 12'714 positive Testresultate gemeldet, 30 Prozent weniger als eine Woche zuvor. Obwohl am Donnerstag fünf Todesfälle gemeldet wurden und vor einer Woche keine, zeigt auch dieser Trend nach unten: So starben in der gesamten letzten Wochen 30 Prozent weniger Menschen in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung als noch in der Woche zuvor, nämlich 33.

Auch die Hospitalisierungen gingen im Wochenvergleich um knappe 10 Prozent zurück auf 272. Die meisten Patientinnen waren über 30-jährig, es mussten aber auch 3 Kinder, 5 Jugendliche und 15 20- bis 29-Jährige im Spital behandelt werden.

Im Durchschnitt befanden sich letzte Woche 265 Personen mit einer Covid-19-Erkrankung auf einer Intensivstation, 8,3 Prozent weniger als in der Vorwoche. 220 von ihnen mussten beatmet werden, auch hier ein Rückgang von 10 Prozent.

Am Donnerstag betrug die Auslastung der Intensivstationen 77,2 Prozent. 27 Prozent der verfügbaren Betten wurden von Covid-19-Patienten besetzt.

Bis am Sonntag waren 54,39 Prozent der Schweizer Bevölkerung vollständig geimpft. Weitere 8,66 Prozent haben eine erste Dosis erhalten. Um diese Impfquote weiter zu erhöhen, unternehmen die Kantone seit den Sommerferien einige Anstrengungen.

So gibt es zahlreiche mobile Impfteams, die in Einkaufszentren, Schulen, Gemeindesälen, Kulturzentren oder bei Firmen unterwegs sind. Ausserdem kurven rund ein Dutzend Impfbusse durch die Gegend.

Auch die Walk-in-Angebote wurden schweizweit erweitert, damit sich die Menschen auch ohne Voranmeldung zu einer ersten Dosis entscheiden können. Impfungen werden mittlerweile nebst in Zentren auch in Apotheken, beim Hausarzt oder in Heimen angeboten.

Und weil sich nach den Sommerferien gezeigt hatte, dass die Migrantinnen und Migranten für einen überproportional hohen Anteil an Fällen und Hospitalisierungen verantwortlich sind, wurden zusätzlich die Angebote für diese Bevölkerungsgruppe ausgeweitet.

Mit einem Doppelstöcker-Impfbus in Basel sollen vor allem die Jugendlichen angesprochen werden, deren Impfquote nach Ansicht der Verantwortlichen gesteigert werden müsste: Nach Angaben des BAG haben bisher rund 23 Prozent der 10 bis 19-Jährigen und 47 Prozent der 20 bis 29-Jährigen zwei Dosen erhalten.

Der Dachverband Offene Jugendarbeit Schweiz (DOJ) kritisierte nun aber in einer Mitteilung, dass weder das BAG noch die wissenschaftliche Taskforce des Bundes oder die Eidgenössische Impfkommission eindeutig erklärten, wie gefährlich das Coronavirus für Kinder und Jugendliche sei. Auch liessen die Behörden unklar, wie die Jungen die Infektion verbreiten.

Der DOJ fordert deshalb für junge Erwachsene bis 25 den zertifikatsfreien Zugang zu niederschwelligen Angeboten. Der Austausch mit Gleichaltrigen dürfe nicht durch die Zertifikatspflicht ab 16 behindert werden. Umso mehr gelte das für vulnerable Kinder und Jugendliche.

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